Campingplatz-Preise in Deutschland 2026: Was kostet eine Nacht?

Was kostet ein Stellplatz in Deutschland? Preise nach Region, Saison und Ausstattung – mit aktuellen Daten aus über 800 klassischen Campingplätzen.

Wer einen Campingurlaub in Deutschland plant, fragt sich früher oder später: Was zahle ich eigentlich pro Nacht? Die Antwort ist alles andere als einheitlich – Preise schwanken je nach Region, Saison und Ausstattung des Platzes deutlich. Dieser Artikel ordnet die typischen Kosten ein, zeigt die wichtigsten Treiber und hilft dir, ein realistisches Reisebudget zu kalkulieren.

Median-Preise nach Bundesland

Die Übernachtung auf einem deutschen Campingplatz setzt sich klassisch aus mehreren Komponenten zusammen: Stellplatz, Person(en), Strom, ggf. Hund und Kurtaxe. Wie hoch die Median-Preise im Bundesland-Vergleich liegen, zeigt die folgende Auswertung — Datenbasis sind 824 klassische Campingplätze mit veröffentlichten Stellplatzpreisen. Reine Wohnmobilstellplätze sind nicht enthalten, weil sie eine andere Preisstruktur haben (oft kein Sanitärgebäude, häufig automatenbasiert) und den Median sonst systematisch verzerren.

BundeslandMedian StellplatzMedian PersonMedian KindDatenbasis
Sachsen-Anhalt14,00 €9,00 €5,50 €17
Schleswig-Holstein14,00 €7,50 €4,00 €94
Baden-Württemberg13,25 €9,00 €5,00 €92
Rheinland-Pfalz12,75 €7,50 €4,50 €48
Bayern12,00 €9,00 €5,00 €150
Niedersachsen12,00 €7,50 €4,25 €114
Hessen11,00 €8,50 €5,00 €48
Mecklenburg-Vorpommern11,00 €7,50 €4,00 €54
Thüringen10,50 €8,00 €5,00 €19
Brandenburg10,00 €7,50 €4,00 €55
Nordrhein-Westfalen10,00 €8,00 €4,50 €79
Sachsen10,00 €9,00 €5,00 €39

Stand: Q2 2026, Datenbasis 824 klassische Campingplätze (ohne reine Wohnmobilstellplätze). Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland sind aufgrund zu kleiner Stichproben (n unter 10) nicht aufgeführt.

Die Spannweite bei den Median-Stellplatzpreisen geht von 10,00 € im Osten und Westen bis 14,00 € an der Nord-/Ostseeküste und im teuersten Süden. Schleswig-Holstein wird stark von den Inseln Sylt, Föhr und Amrum nach oben gezogen; Bayern und Baden-Württemberg landen mit Alpen- und Bodenseelagen im oberen Drittel. Sachsen-Anhalt überrascht mit einem hohen Median — das liegt an wenigen Premium-Plätzen rund um den Harz bei kleiner Datenbasis.

Qualitativ lässt sich darüber hinaus sagen: An Nord- und Ostsee, in den Alpen und an stark touristischen Seen liegen die Preise typischerweise höher als im Binnenland und in Mittelgebirgen. Klassische Campingplätze mit Sanitärgebäude, Pool und Kinderprogramm sind teurer als reine Wohnmobilstellplätze ohne Infrastruktur.

Was kostet extra?

Der Grundpreis ist nur die halbe Miete. Häufige Zusatzposten:

  • Strom: Wird auf rund einem Drittel der erfassten Plätze (n=272) nach Verbrauch in kWh abgerechnet, mit einem Median von 0,75 €/kWh und einem typischen Korridor von 0,50 € bis 1,00 €. Bayern und Baden-Württemberg liegen mit 0,80 €/kWh am oberen Ende, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit 0,62–0,66 € am unteren — der Strompreis-Gradient Süd vs. West/Ost spiegelt sich also direkt im Camping-Tarif. Pauschalen pro Nacht sind ähnlich häufig und liegen meist unter 5 €.
  • Kurtaxe / Tourismusabgabe: Pflicht in vielen Tourismusregionen, wird pro Person und Nacht erhoben (üblicherweise nur ab 14 Jahren). Bundesweit liegt der Median bei 2,00 €, der Durchschnitt bei 2,18 € (n=128). Schleswig-Holstein führt das Feld mit avg 2,65 € an, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (2,39 €) und Niedersachsen (2,31 €) — Tourismushotspots an Küste und Heide treiben den Schnitt nach oben. Rheinland-Pfalz liegt mit avg 1,17 € am unteren Ende.
  • Hund: Fast überall kostenpflichtig. Median 3,50 € pro Nacht, der typische Korridor reicht von 2 € bis 5 € (n=995 Records).
  • Waschmaschine: Wenn vom Platz angeboten, kostet eine Ladung im Median rund 4,00 €. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegen sowohl bei Hund als auch bei Wäsche am oberen Ende — typisch für Tourismushotspots.
  • WLAN: Auf modernen Plätzen oft kostenlos; ältere Plätze verlangen pro Gerät und Tag.
  • Dusche / Heißwasser: Auf den meisten Campingplätzen inklusive, auf manchen Stellplätzen mit Münzeinwurf.
  • Komfort-/Premium-Stellplätze: Mit Wasseranschluss am Platz oder besonders großzügig geschnitten — Aufpreis von wenigen Euro pro Nacht.

Vor- vs. Hauptsaison: Wann sich Reisen lohnt

Die Hauptsaison liegt in Deutschland klassisch zwischen Mitte Juli und Mitte August (Sommerferien) sowie um Pfingsten. In dieser Zeit verlangen viele Plätze einen Aufschlag von 20–40 % gegenüber der Vor- oder Nachsaison. Wer flexibel ist, spart in den Übergangsmonaten Mai/Juni und September deutlich – bei oft besserem Wetter und weniger Andrang.

Die genaue Differenz ist regional verschieden: An der Ostsee ist die Spreizung größer als in Mittelgebirgen. Detailauswertungen findest du in den Region-Artikeln.

Günstig vs. Premium: Was bekommst du wofür?

Camping-Preise korrelieren grob mit drei Faktoren:

  1. Lage: Direkt am Strand, See oder im Stadtkern → höher. Außerhalb mit Anfahrt → günstiger.
  2. Ausstattung: Pool, Animation, Restaurant, Premium-Sanitäranlagen → höher. Reiner Wiesenplatz → günstiger.
  3. Klassifizierung: Plätze mit ADAC-Klassifizierung oder Auszeichnungen liegen oft im oberen Drittel.

Ein klassischer Familien-Campingplatz mit Mittelausstattung an einem Binnensee ist meist deutlich günstiger als ein 5-Sterne-Platz in einer Premium-Region wie der Müritz oder der Insel Rügen.

Häufige Fragen zu Campingpreisen in Deutschland

Wie viel kostet eine Nacht für eine Familie mit Wohnwagen? Typisch musst du Stellplatz + 2 Erwachsene + 1–2 Kinder + Strom + Kurtaxe rechnen. Bei Median-Preisen entspricht das in den meisten Bundesländern einem mittleren zweistelligen Betrag pro Nacht; in der Hauptsaison entsprechend mehr.

Sind Wohnmobilstellplätze günstiger als Campingplätze? In der Regel ja — viele Stellplätze haben keine Sanitäranlagen und kein Programm und kosten dafür weniger. Dafür entfallen aber auch Pool, WLAN-Komfort und Kinderbespaßung. Reine Wohnmobilstellplätze sind in der Auswertung dieses Artikels bewusst nicht enthalten.

Lohnt sich eine ADAC-Campingcard oder ähnliche Rabattkarte? In der Nebensaison oft erheblich. Viele Premium-Plätze geben in der Vor-/Nachsaison feste Pauschalen mit Karte – wer früh oder spät reist und mehr als ein paar Nächte plant, hat die Karte schnell wieder drin.

Wo finde ich aktuelle, geprüfte Preise? Auf der jeweiligen Platz-Website unter "Preise" oder "Tarife". Die Datenbasis dieses Artikels stammt direkt aus diesen Quellen.

Wann sind Campingplätze in Deutschland geöffnet? Die meisten saisonalen Plätze öffnen Anfang April und schließen Ende Oktober. Ganzjährig geöffnete Plätze finden sich vor allem in Wintersportregionen und in Großstadtnähe.

Werden Campingplätze in Deutschland teurer? Über die letzten Jahre sind die Preise vielerorts gestiegen, vor allem bei Strom und in Premium-Regionen. Eine datenbasierte Auswertung folgt in einem eigenen Artikel zur Preisentwicklung.

Fazit

Camping in Deutschland ist preislich heterogen — was du zahlst, hängt stark von Region, Saison und Ausstattung ab. Wer flexibel reist und in der Nebensaison Strecke macht, kommt auch heute noch günstig weg. Die Detailpreise je Region findest du in den verlinkten Artikeln zu Ostsee, Bayern, Nordsee, Schwarzwald, Mosel/Rhein, Mecklenburgische Seenplatte und Harz.

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