Stand Q2 2026
Camping-Preisreport
Deutschland 2026
Was kostet eine Nacht auf dem Campingplatz? Über 1200 deutsche Campingplätze ausgewertet — von der Ostsee bis zum Schwarzwald.
Bundesdurchschnitt
31,00 €
pro Nacht für Paar mit Stellplatz (Median, Hauptsaison)
Stichprobe
1.202
ausgewertete Campingplätze · davon 798 mit vollständigen Paar-Preisen für den Bundesland-Vergleich
Der Camping-Preisreport 2026 ist eine Bestandsaufnahme der deutschen Stellplatz-Preise — erhoben aus den Preislisten der Campingplätze selbst, nicht aus Buchungsportalen oder Hochrechnungen.
Camping ist kein einheitlicher Markt. Zwischen einem ruhigen Platz im Sauerland und einem Bodensee-Resort mit Sterne-Bewertung liegen schnell zwanzig Euro pro Nacht — und das, obwohl auf beiden dieselben zwei Personen mit demselben Wohnwagen ankommen.
Vier Faktoren bestimmen, wie viel ein Platz kostet:
- Lage. Küste, Alpen und große Seen bedeuten höhere Nachfrage und damit höhere Preise als das Binnenland.
- Ausstattung. Sanitärgebäude, Pool, Animation, Mietunterkünfte und Restaurant treiben den Tarif ebenso wie ein eigener Yachthafen oder ein Wellness-Bereich.
- Klassifizierung. ADAC-, DTV- oder ECC-Sterne signalisieren Qualität und korrelieren spürbar mit dem Preis. Vier- und Fünf-Sterne- Plätze sind im Schnitt deutlich teurer als nicht klassifizierte.
- Nachfrage. Touristische Hochburgen kosten mehr, weil sie es können — gerade in der Hauptsaison.
Die zentrale Vergleichsgröße in diesem Report ist der Paar-Preis pro Nacht: ein Stellplatz plus zwei Erwachsene, in der Hauptsaison, ohne Strom, Hund, Kurtaxe oder sonstige Aufpreise. Diese Definition ist bewusst eng gewählt, damit Bundesländer fair vergleichbar bleiben. Wie sich der Gesamt-Aufenthaltspreis daraus zusammensetzt, zeigt die Aufpreis-Sektion weiter unten.
Deutschland im Überblick
Die teuersten Camping-Bundesländer sind nicht da, wo man sie erwartet. Baden-Württemberg führt das Ranking an — knapp vor Schleswig-Holstein und Bayern. Die günstigsten Plätze finden sich in Nordrhein-Westfalen.
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| Bundesland | Ø Paar/Nacht ▼ | Stellplatz | Person | n |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 33,25 € | 13,00 € | 9,00 € | 124 |
| Schleswig-Holstein | 33,00 € | 15,00 € | 8,00 € | 115 |
| Bayern | 32,65 € | 13,00 € | 9,00 € | 189 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 32,00 € | 15,00 € | 8,30 € | 81 |
| Thüringen | 30,00 € | 11,50 € | 8,00 € | 22 |
| Rheinland-Pfalz | 30,00 € | 13,00 € | 8,00 € | 72 |
| Sachsen | 30,00 € | 10,50 € | 9,50 € | 49 |
| Sachsen-Anhalt | 30,00 € | 12,50 € | 8,50 € | 26 |
| Hessen | 29,10 € | 12,25 € | 8,50 € | 67 |
| Nordrhein-Westfalen | 28,00 € | 15,00 € | 8,00 € | 118 |
| Brandenburg | 28,00 € | 12,00 € | 8,00 € | 71 |
| Niedersachsen | 27,50 € | 13,00 € | 7,50 € | 131 |
| Hamburg(n < 20) | 53,95 € | 34,25 € | 9,85 € | 2 |
| Saarland(n < 20) | 35,00 € | 16,25 € | 7,00 € | 9 |
| Berlin(n < 20) | 31,00 € | 15,00 € | 8,25 € | 4 |
Was die Spitze und das untere Ende erklärt(kurze Einordnung)
An der Spitze
- Baden-Württemberg
- Schwarzwald, Bodensee und Allgäu treiben den Schnitt. Viele klassifizierte Plätze in Toplagen mit entsprechend höheren Tarifen — eine echte Discount-Konkurrenz fehlt im Bundesland weitgehend.
- Schleswig-Holstein
- Ostsee und Nordsee dominieren das Bild. Ausgeprägte Saisonalität — die Hochsaison ist hier besonders teuer, in der Nebensaison fallen die Preise spürbar zurück.
- Bayern
- Alpenraum, Chiemsee, Tegernsee, Königssee — Bayern hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Premium-Plätzen mit Vier- und Fünf-Sterne-Klassifizierung.
Am unteren Ende
- Niedersachsen
- Eine breite Mischung aus Heide, Mittelgebirge und Küstenstreifen. Die Nordseeküste zieht den Schnitt etwas nach oben, das große Inland-Angebot federt ab.
- Brandenburg
- Günstige Seenlandschaft mit vielen familiär geführten Plätzen. Die Nähe zu Berlin wirkt sich auffallend wenig auf die Preise aus — Premium-Resorts sind hier die Ausnahme.
- Nordrhein-Westfalen
- Keine Küste, kein Alpenraum. Viele Plätze liegen in Naherholungslagen ohne touristische Hochburgen — entsprechend moderat fallen die Tarife aus.
Wie sich der Preis zusammensetzt
Die 31,00 € aus dem Bundesdurchschnitt sind der Basis-Preis — Stellplatz plus zwei Personen, ohne irgendwelche Zusatzleistungen. Auf der Rechnung steht am Ende fast immer mehr: Strom, Hund, Auto, Dusche, Müllgebühr, Kurtaxe.
Ein realistischer Aufenthalts-Preis ergibt sich, wenn man die typischen Aufpreise einer Reise berücksichtigt. Bei einem Paar mit Hund in einer Region mit Kurtaxe kommen schnell 3,50 € Strom-Pauschale, 3,50 € Hundegebühr und ein paar Euro Kurtaxe dazu — der ursprüngliche Stellplatz-Preis erhöht sich damit deutlich, ohne dass der Platz „teuer" wäre.
Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Aufpreise als Median über alle Plätze, die das Extra im Crawl überhaupt ausweisen. Wo die Mediane verlässlich messbar sind, sind sie mit dem n der Stichprobe versehen.
Kurtaxe: Wo sie erfasst wurde, liegt sie im Median bei 2,00 € pro Erwachsenem und Nacht. Basis: 82 Plätze — viele Campingplätze weisen die Kurtaxe nicht auf der Website aus, sondern schlagen sie erst vor Ort drauf.
Wann es günstiger wird
Wer flexibel ist, spart spürbar. Plätze, die ihre Preise nach Saison staffeln, verlangen in Vor- und Nachsaison sowie in den Wintermonaten deutlich weniger als zur Hauptferienzeit.
Hauptsaison (Jul/Aug)
37,00 €
Median Paar/Nacht
Vor- und Nachsaison
33,00 €
Mai/Jun + Sep/Okt
Nebensaison
31,00 €
Nov bis April
Ersparnis Haupt → Neben
~19 %
bei flexibler Reisezeit
Basis: 349 Plätze mit ausgewiesenen Saisonpreisen (von über 1200 erfassten).
Wie groß die saisonale Spanne wirklich ist
Die Differenz zwischen Hauptsaison und Nebensaison liegt im Median bei rund 19 Prozent. Das ist messbar — aber kein dramatischer Sprung. Viele Plätze halten ihre Preise das ganze Jahr stabil oder differenzieren nur leicht; nur ein Teil der Stichprobe weist überhaupt eigenständige Saison-Preise aus.
Wo die Schwankungen am größten sind
Die deutlichsten Saison-Spannen finden sich in den Küstenländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: Plätze an Ostsee und Nordsee leben stärker vom Sommertourismus und differenzieren entsprechend ausgeprägt. Binnenländer mit ganzjährigem Naherholungs-Publikum (Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) zeigen geringere Schwankungen — viele Dauer- und Saisoncamper sorgen dort für stabile Auslastung jenseits der Schulferien.
Praktischer Hinweis
Wer den Urlaub auf Mai/Juni oder September verlegen kann, spart über alle Plätze hinweg etwa 19 Prozent gegenüber der Hauptferienzeit. An der Küste fällt der Effekt deutlich größer aus — wer im Inland Urlaub macht, profitiert preislich nur in moderatem Umfang von einer flexiblen Reisezeit.
Wie die 31,00 € einzuordnen sind
Andere Erhebungen rechnen häufig mit einem breiteren Warenkorb — typischerweise eine vierköpfige Familie mit Kind, inklusive Strom und Kurtaxe — und kommen damit auf 38 bis 41 Euro pro Nacht. Methodisch ist das genauso korrekt; es beantwortet nur eine andere Frage. Solche Zahlen sind nicht direkt mit unserem Paar-Preis ohne Extras vergleichbar.
Wer den hier ausgewiesenen Median um die wichtigsten Aufpreise ergänzt — Strom als Pauschale (3,50 €), Hund (3,50 €) und Kurtaxe (2,00 € pro Erwachsener) — landet schnell bei 40 Euro und mehr. Ein realistischer Rechenrahmen für ein Paar mit Hund in einer Urlaubsregion mit Kurtaxe.
Die Fokussierung auf den Basis-Preis ist Absicht: Sie macht Bundesländer fair vergleichbar. Sobald Extras wie Strom oder Kurtaxe einbezogen werden, mischen sich regionale Tarifstrukturen (etwa stark unterschiedliche Kurtaxen) mit den eigentlichen Übernachtungspreisen — und das verzerrt den Vergleich zwischen Bundesländern.
Wichtig zu wissen: Die 31,00 € sind ein Median, nicht ein Mittelwert. Das günstige Drittel der Plätze liegt teils schon ab 15 Euro; Premium-Plätze in den klassischen Tourismusregionen reißen leicht die 60-Euro-Marke. Der Median beschreibt den typischen Platz — nicht den günstigsten und nicht den teuersten.
Was bedeutet das für die Urlaubsplanung?
Vier praktische Schlüsse aus den Zahlen — anwendbar bei der nächsten Reise-Vorbereitung.
01
Saison verschieben spart am meisten
Wer den Urlaub um zwei bis vier Wochen vor oder nach den klassischen Sommerferien plant, zahlt im Median rund 19 Prozent weniger pro Nacht. An der Ostsee und Nordsee fällt der Effekt stärker aus als im Binnenland.
02
Region bewusst wählen
Zwischen den teuersten und günstigsten Flächenländern liegen rund fünf Euro pro Nacht — das entspricht über eine Woche schon einer kompletten Stellplatz-Nacht. Wer flexibel ist, kann mit der Region einen sichtbaren Unterschied machen.
03
Extras im Blick behalten
Auf den Stellplatz-Preis kommen typischerweise Strom, Hund und Kurtaxe oben drauf. Schon kleine Aufpreise summieren sich über zwei Wochen — wer die in die Kalkulation einbezieht, vermeidet die übliche Diskrepanz zwischen erwarteter und tatsächlicher Endsumme.
04
Direkt beim Platz buchen
Viele Plätze veröffentlichen ihre Preise direkt auf der eigenen Website und akzeptieren Reservierungen ohne Buchungsportal. Das spart Service-Gebühren und gibt dem Platz die volle Marge — wer eine längere Aufenthaltsdauer plant, hat häufig auch Verhandlungsspielraum.
Im Mittel über alle Plätze: rund 31 € pro Nacht-Paar in der Hauptsaison. Mit etwas Planung lässt sich das spürbar drücken.
Methodik
Warenkorb
Der Bundesdurchschnitt zeigt den Median für ein Paar pro Nacht: ein Stellplatz plus zwei Personen in der Hauptsaison. Kinderpreise, Strom, Hund und sonstige Aufpreise sind nicht enthalten und werden in den Extras-Sektionen separat ausgewiesen.
Stichprobe
Ausgewertet wurden 1202 deutsche Campingplätze, für die im Erhebungszeitraum mindestens eine Preisangabe vorlag. Davon hatten 798 vollständige Paar-Preise (Stellplatz + Person pro Nacht) und gehen in den Bundesdurchschnitts-Median ein. Die Differenz erklärt sich aus Plätzen, die nur einzelne Preisbestandteile veröffentlichen (etwa einen Pauschalpreis ohne Aufschlüsselung) — diese fließen in die Reach-Zahl, aber nicht in den Median.
Reine Wohnmobilstellplätze sind ausgeschlossen, da sie häufig ohne Sanitäranlagen betrieben werden und nicht mit klassischen Campingplätzen vergleichbar sind.
12 Bundesländer haben eine ausreichend große Stichprobe (≥20 Plätze) für belastbare Aggregate. 3 kleinere Einheiten (Stadtstaaten, Saarland) sind im Ranking ausgewiesen, aber als „nicht belastbar" markiert. Bremen ist nicht enthalten — kein einziger Eintrag in der Stichprobe.
Datenerhebung
Die Preise stammen aus den öffentlich zugänglichen Preislisten der Campingplätze. Die Erhebung erfolgt per automatisiertem Crawl der jeweiligen Platz-Websites mit anschließender strukturierter Extraktion und stichprobenartiger manueller Validierung. Pro Campingplatz fließt immer der aktuellste Datensatz ein. Datenstand: Q2 2026.
Grenzen
- Die Stichprobe deckt nur Plätze ab, die ihre Preise online veröffentlichen — Plätze ohne eigene Website oder ohne auswertbare Preisangabe sind nicht enthalten.
- Saisonale Aussagen beruhen auf 349 Plätzen mit ausgewiesenen Saisonpreisen. Plätze, die ihre Tarife ganzjährig konstant halten oder nur einen Pauschalpreis ausweisen, fließen hier nicht ein.
- Die Kurtaxe wird in der Stichprobe häufig nicht auf der Platz-Website angegeben, sondern erst vor Ort erhoben — Aussagen dazu beruhen auf 82 Plätzen und sind aggregiert, nicht pro Bundesland aufgeschlüsselt.
Zitieren
Quelle: Camping-Preisreport 2026, wohnwagenratgeber.de (Q2 2026)Für Redaktionen & Blogger
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Haupt-, Vor-/Nach- und Nebensaison im Vergleich (1200×700).
Aufpreise
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Strom, Hund und Auto als typische Aufpreis-Cluster (1200×700).
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