Saisonkennzeichen Wohnwagen: Kosten & beste Zeiträume

Mit einem Saisonkennzeichen sparst du beim Wohnwagen Steuer und Versicherung. Welche Zeiträume sinnvoll sind, was erlaubt ist und worauf du achten musst.

Hand aufs Herz: Wie viele Monate im Jahr steht dein Wohnwagen tatsächlich vor der Tür und wartet auf den nächsten Ausflug? Bei den meisten Camping-Fans sind es fünf, sechs, vielleicht sieben Monate. Den Rest des Jahres steht der Caravan auf dem Winterstellplatz und kostet trotzdem Versicherung und Steuer. Muss das sein? Nein! Mit einem Saisonkennzeichen zahlst du nur für die Monate, in denen du deinen Wohnwagen wirklich nutzt. Wie das funktioniert, was es kostet und welche Zeiträume sinnvoll sind, wird jetzt erklärt.

Was ist ein Saisonkennzeichen und wie funktioniert es?

Ein Saisonkennzeichen ist ein ganz normales Kfz-Kennzeichen mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Rechts auf dem Nummernschild stehen zwei Zahlen übereinander – die obere ist der erste Monat der Zulassung, die untere der letzte. Zum Beispiel steht dort „03" oben und „10" unten, wenn dein Wohnwagen von März bis Oktober zugelassen ist.

Die wichtigsten Regeln:

  • Der Mindestzeitraum beträgt 2 Monate, der Maximumzeitraum 11 Monate
  • Innerhalb des Zulassungszeitraums darfst du ganz normal fahren, parken und reisen
  • Außerhalb des Zeitraums darf der Wohnwagen weder gefahren noch im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden
  • Versicherung und Kfz-Steuer werden nur für den angemeldeten Zeitraum berechnet — die anteilige Steuer fürs Saisonkennzeichen berechnest du hier

Das Kennzeichen bleibt am Fahrzeug – du musst also nicht jedes Jahr Schilder an- und abschrauben. Zum Vergleich kannst du dir die volle Jahressteuer im Kfz-Steuer-Rechner ausgeben lassen. Es wird automatisch aktiv und inaktiv, je nach dem eingetragenen Zeitraum. Bequemer geht es nicht.

Die Zulassung mit Saisonkennzeichen funktioniert genauso wie eine normale Anmeldung. Du gibst bei der Zulassungsstelle einfach den gewünschten Zeitraum an.

Die beliebtesten Zeiträume – was passt zu dir?

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Welcher Zeitraum der richtige ist, hängt von deinem Camping-Verhalten ab. Hier die gängigsten Varianten:

März bis Oktober (8 Monate): Der Klassiker unter Wohnwagen-Besitzern. Du bist ab den ersten Frühlingstagen startklar und kannst bis in den goldenen Herbst campen. Ideal, wenn du gerne die Vor- und Nachsaison mitnimmst, wenn die Campingplätze noch nicht so voll sind.

April bis Oktober (7 Monate): Ebenfalls sehr beliebt und einen Monat günstiger. Für die meisten Camper, die nicht gerade bei Minusgraden losfahren, absolut ausreichend.

April bis September (6 Monate): Die Sparversion für Schönwetter-Camper. Du hast den kompletten Sommer und sparst maximal bei Steuer und Versicherung. Allerdings verpasst du die oft herrlichen Herbstwochen.

Mai bis September (5 Monate): Für Gelegenheitscamper, die nur in den warmen Monaten raus wollen. Maximale Ersparnis, aber auch wenig Flexibilität.

Tipp: Lieber einen Monat mehr einplanen als zu wenig. Wenn du im Oktober noch einen spontanen Kurzurlaub machen willst und dein Kennzeichen schon Ende September abläuft, ärgerst du dich. Der eine Monat extra kostet nur wenige Euro mehr.

So viel sparst du wirklich – eine Beispielrechnung

Wo genau liegt die Ersparnis? An zwei Stellen: bei der Kfz-Steuer und bei der Versicherung.

Kfz-Steuer: Für Wohnwagen gilt ein fester Steuersatz von 7,46 Euro pro angefangene 200 kg zulässigem Gesamtgewicht (Höchstbetrag 373,24 Euro/Jahr). Mit Saisonkennzeichen wird dieser Betrag nur anteilig fällig – das Finanzamt rechnet sogar taggenau ab. Ein Saisonkennzeichen für 8 statt 12 Monate spart dir also rund ein Drittel der Steuer.

Versicherung: Auch der Versicherungsbeitrag wird nur für den eingetragenen Zeitraum berechnet. Wie viel du sparst, hängt von Versicherer, Tarif und gewähltem Zeitraum ab – grob bewegt sich die Ersparnis in derselben Größenordnung wie bei der Steuer. Einen konkreten Beitrag erfährst du nur über ein individuelles Angebot.

Unterm Strich klingt die Ersparnis pro Jahr nicht nach Unmengen, aber über die Jahre läppert es sich. Außerdem sparst du dir das jährliche Ab- und Anmelden – beim Saisonkennzeichen passiert das automatisch. Wenn du die gesamten laufenden Kosten deines Caravans durchrechnen willst, hilft dir die Kostenübersicht weiter.

Regeln außerhalb der Saison – was du beachten musst

Außerhalb des eingetragenen Zeitraums gilt dein Wohnwagen als nicht zugelassen. Das hat ein paar wichtige Konsequenzen, die du unbedingt kennen solltest:

Absolut verboten:

  • Fahren auf öffentlichen Straßen – auch nicht „nur kurz zur Werkstatt"
  • Abstellen im öffentlichen Straßenraum – also nicht am Straßenrand, auf öffentlichen Parkplätzen oder in öffentlichen Parkhäusern
  • Nutzung auf öffentlichem Grund jeder Art

Was passiert bei Verstößen? Wenn du außerhalb der Saison mit deinem Wohnwagen erwischt wirst, drohen Strafen: Fahren ohne Zulassung ist kein Kavaliersdelikt. Das Fahren außerhalb des Betriebszeitraums kostet 50 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg, das bloße Abstellen im öffentlichen Verkehrsraum 40 Euro. Zusätzlich kann dein Wohnwagen kostenpflichtig abgeschleppt werden. Bei einem Unfall außerhalb der Saison zahlt die Versicherung nicht – und das kann richtig teuer werden.

Die Lösung für den Winter: Du brauchst einen privaten Stellplatz für die Monate außerhalb der Saison – und solltest deinen Caravan vorher winterfest machen. Das kann ein Garagenstellplatz, ein Platz auf einem Bauernhof, ein Abstellplatz bei einem Camping-Händler oder ein Platz auf dem eigenen Grundstück sein. Viele Campingplätze bieten auch Winterstellplätze an. Achte darauf, dass der Stellplatz nicht als öffentlicher Verkehrsraum gilt.

Übrigens: Auch die Versicherung ruht während der Off-Season. Das ist einerseits gut für deinen Geldbeutel, bedeutet aber auch, dass Schäden wie Sturm oder Diebstahl in dieser Zeit nicht über die Kfz-Versicherung abgedeckt sind. Manche Versicherer bieten eine sogenannte Ruheversicherung an – das ist eine eingeschränkte Absicherung für die abgemeldete Zeit. Frag bei deiner Versicherung nach.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

VorteileNachteile
Günstigere Versicherung und SteuerKeine Nutzung außerhalb der Saison
Kein jährliches An- und AbmeldenPrivater Stellplatz nötig
Kennzeichen bleibt am FahrzeugKein Versicherungsschutz in der Off-Season
Weniger BürokratieWeniger Flexibilität bei Spontantrips
Ideal für saisonale CamperNicht sinnvoll für Wintercamper

Wenn du auch im Winter unterwegs sein willst, ist ein Saisonkennzeichen die falsche Wahl – dann lohnt sich eher ein Blick in unsere Wintercamping-Tipps. Und damit du bei der ersten Fahrt nach der Winterpause nichts vergisst, schau dir die Wohnwagen-Packliste an.

Fazit

Ein Saisonkennzeichen ist für die meisten Wohnwagen-Besitzer eine kluge Sache. Du sparst Geld, ohne auf etwas verzichten zu müssen – vorausgesetzt, du campst wirklich nur in der warmen Jahreszeit. Plane den Zeitraum großzügig genug, damit du flexibel bleibst, und kümmere dich rechtzeitig um einen privaten Winterstellplatz. Die Zulassung ist unkompliziert, und die Ersparnis summiert sich über die Jahre. Wenn du auch die Steuer-Berechnung im Detail verstehen willst, findest du alle Infos in meinem Artikel zur Kfz-Steuer für Wohnwagen.

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