Solaranlage für den Wohnwagen: Komplett-Guide mit Preisen

Solar auf dem Wohnwagen: Module, Laderegler, Batterien und Komplett-Sets im Vergleich. Von der 100W-Einstiegsanlage bis zur autarken 400W-Lösung.

Du stehst auf einem idyllischen Stellplatz in Südfrankreich, die Sonne knallt aufs Dach – und du fragst dich, warum du diese kostenlose Energie nicht einfach nutzt? Genau das macht eine Solaranlage auf dem Wohnwagen. Sie versorgt dich mit Strom ohne Landstrom, spart langfristig Geld und gibt dir Freiheit bei der Stellplatzwahl. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die Komponenten, Dimensionierung, konkrete Produkte mit Preisen und die Installation.

Warum Solar auf dem Wohnwagen Sinn macht

Landstrom auf dem Campingplatz kostet oft 3–5 € pro Tag. Auf Stellplätzen gibt es häufig gar keinen Stromanschluss. Wenn du gerne frei stehst oder abseits der großen Plätze übernachtest, wird Strom schnell zum Thema.

Mit Solar auf dem Dach lädst du deine Bordbatterie tagsüber auf und kannst abends das Licht anmachen, das Handy laden und den Kompressorkühlschrank betreiben – ganz ohne Landstrom oder laufenden Motor. Verglichen mit den Landstromkosten amortisiert sich selbst eine günstige Anlage nach zwei bis drei Saisons.

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Die Komponenten einer Solaranlage

Eine Wohnwagen-Solaranlage besteht aus vier Hauptkomponenten, die aufeinander abgestimmt sein müssen.

1. Solarmodule

Das Herzstück. Für Wohnwagen eignen sich monokristalline Module, weil sie bei gleicher Fläche mehr Leistung bringen als polykristalline. Es gibt drei Bauformen:

TypVorteileNachteilePreis (100W)
Starr (Glas)Langlebig (25+ Jahre), effizient, günstigSchwer, braucht Halterungab 58 €
SemiflexibelPasst auf gebogene Dächer, leichtKürzere Lebensdauer, empfindlicherab 73 €
Faltbar (Solartasche)Mobil, kein Bohren, aufstellbarTeuer, muss jedes Mal aufgebaut werdenab 150 €

Starre Module sind für die permanente Dachmontage die beste Wahl – langlebig, effizient und mittlerweile extrem günstig. Ein 200W-Modul kostet ab ca. 98 €.

Flexible Module eignen sich für gebogene Dachflächen (Popptopdächer, Alkoven). Sie kleben direkt aufs Dach und brauchen keine Halterung. Dafür halten sie typisch nur 5–10 Jahre statt 25.

Solartaschen sind ideal als Ergänzung oder wenn du nicht bohren willst. Du stellst sie neben den Wohnwagen in die Sonne und verbindest sie per Kabel. Nachteil: Deutlich teurer pro Watt und müssen jedes Mal auf- und abgebaut werden.

Empfehlenswerte Module

ModellLeistungTypPreis (ca.)
Offgridtec Mono 200W V2*200WStarr, Glasab 98 €
Offgridtec SPR-120 SLIM*120WStarr, 12V-optimiertab 172 €
Offgridtec ETFE SPR-F-100 V2*120WSemiflexibelab 149 €
Jackery SolarSaga 100W*100WFaltbarab 249 €
Anker SOLIX PS100X*100WFaltbarab 200 €
Jackery SolarSaga 200W*200WFaltbarab 449 €
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Offgridtec Mono 200W Solarmodul

Monokristallines 200W-Solarmodul mit schwarzem Rahmen. Hoher Wirkungsgrad, 30V Leerlaufspannung für MPPT-Laderegler. Ideal für die Dachmontage auf dem Wohnwagen.

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2. Laderegler: PWM vs. MPPT

Der Laderegler sitzt zwischen Solarmodul und Batterie und reguliert den Ladestrom.

TypFunktionEffizienzPreisEmpfehlung
PWMEinfache Spannungsregelung65–80%ab 15 €Nur für Kleinstanlagen unter 50W
MPPTMaximale Leistungsausbeute93–99%ab 25 €Standard für alles ab 80W

Ein MPPT-Regler holt bis zu 30% mehr Energie aus dem Modul als ein PWM – gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen und bei Modulen mit höherer Spannung (30V+) ein echter Vorteil. In 2026 gibt es keinen Grund mehr, bei Anlagen ab 80W einen PWM-Regler zu kaufen.

Empfehlenswerte Laderegler

ModellLeistungPreis (ca.)Für
Epever Tracer 1210AN*10A MPPTab 30 €Budget, bis 130W
Victron SmartSolar MPPT 75/15*15A MPPTab 69 €Beste Wahl bis 200W
Victron SmartSolar MPPT 100/20*20A MPPTab 97 €Bis 260W, Bluetooth
Victron SmartSolar MPPT 100/30*30A MPPTab 139 €Bis 400W

Victron ist der Goldstandard bei Ladereglern – zuverlässig, per Bluetooth-App konfigurierbar und mit exzellenter Ladelogik. Der SmartSolar 75/15 (ab 69 €) ist für die meisten 100–200W-Anlagen die perfekte Wahl. Wer Budget sparen will, greift zum Epever Tracer – funktional gut, aber ohne Bluetooth und mit einfacherer App.

3. Batterie: Wo die Energie gespeichert wird

Die Batterie ist die teuerste Einzelkomponente – und die wichtigste Entscheidung.

TypKapazität nutzbarLebensdauerGewicht (100Ah)Preis (100Ah, ca.)
Blei-Gel / AGM50% (max. 50Ah von 100Ah)300–500 Zyklen25–30 kgab 120 €
LiFePO4 (Lithium)90–100% (90–100Ah von 100Ah)2.000–5.000 Zyklen10–13 kgab 150 €

Die Rechnung ist eindeutig: Eine 100Ah-LiFePO4 liefert fast doppelt so viel nutzbare Energie wie eine gleich große Blei-Gel-Batterie, hält 5–10x länger und wiegt nur die Hälfte. Die Preise sind in den letzten Jahren massiv gefallen – Einstiegs-LiFePO4 gibt es ab ca. 150 €.

Empfehlenswerte Batterien

ModellKapazitätBesonderheitPreis (ca.)
LiFePO4 100Ah (Budget)*100AhNo-Name, günstiger Einstiegab 150 €
Offgridtec LiFePO4 100Ah*100AhMit BMS + Heizmatte, Markenqualitätab 317 €
LiFePO4 200Ah (Litime/Enjoybot)*200AhGutes Preis-Leistungs-Verhältnisab 300 €
Victron LiFePO4 Smart 200Ah*200AhPremium, Victron-Ökosystemab 650 €

Ausführlicher Vergleich aller Batterietypen im Batterie-Ratgeber: Lithium vs. Gel. Wie du die Batterie im Winter richtig lagerst, steht in der Winterfest-Anleitung.

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Victron SmartSolar MPPT 75/15 Laderegler

MPPT-Laderegler mit Bluetooth für die Victron Connect App. 15A, für Anlagen bis 200W. Der Goldstandard für Wohnwagen-Solaranlagen – zuverlässig, effizient, einfach einzurichten.

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4. Kabel, Dachdurchführung und Zubehör

Unterschätze nicht die Verkabelung – schlechte Kabel oder zu dünne Querschnitte kosten dich bares Solarwatt.

ZubehörFunktionPreis (ca.)
Solarkabel mit MC4-Stecker*Verbindung Modul → Dachdurchführungab 15 € (5m Paar)
Dachdurchführung (wasserdicht)*Kabelführung durchs Dachab 15 €
Sicherungshalter + Sicherung*Schutz der Verkabelungab 8 €
Batteriewächter (Victron BMV)*Zeigt Ladezustand, Verbrauch, Restzeitab 70 €
Spoiler-Halterung*Montage starrer Module auf dem Dachab 25 € (Set)

Wichtig: Die Dachdurchführung muss wasserdicht sein – hier darf kein Wasser eindringen, sonst hast du schnell ein Feuchtigkeitsproblem. Mit Sikaflex abdichten, genau wie bei der Rückfahrkamera-Montage.

Komplett-Sets: Der einfachste Einstieg

Wer nicht einzeln zusammenstellen will, greift zu einem Komplett-Set. Offgridtec ist hier der Marktführer in Deutschland.

SetInhaltPreis (ca.)
Offgridtec mPremium L 100W*100W Modul + MPPT-Regler + Kabel + Dachdurchführungab 185 €
Offgridtec mPremium+ XL 150W*150W Modul + besserer MPPT + Kabelab 265 €
Offgridtec mPremium+ L 200W*200W Modul + MPPT + Kabelab 313 €
Offgridtec MobileBlack M 200W*200W + 30A DUO MPPT (erweiterbar)ab 421 €
Offgridtec mPremium+ XXL 400W*2×200W + Victron MPPT 100/30ab 568 €

Hinweis: Alle Sets sind ohne Batterie – die musst du separat kaufen (siehe oben).

Empfehlung: Das mPremium+ L 200W (ab 313 €) ist der Sweet Spot – genug Leistung für die meisten Wohnwagen, guter MPPT-Regler inklusive, und bei Bedarf später um ein zweites Modul erweiterbar.

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Offgridtec mPremium+ 200W Komplett-Set

Beliebtes Wohnwagen-Solarset: 200W monokristallines Modul, MPPT-Laderegler, Solarkabel mit MC4-Steckern, Dachdurchführung und Montagematerial. Alles außer der Batterie.

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Tragbare Powerstations als Alternative

Wer nicht auf dem Dach bohren will, kann eine tragbare Powerstation nutzen. Diese All-in-One-Geräte haben Batterie, Laderegler und Wechselrichter eingebaut und werden per Solartasche geladen.

ModellKapazitätPreis (ca.)
Jackery Explorer 500*518 Whab 400 €
Anker SOLIX C800*768 Whab 550 €
EcoFlow River 2 Pro*768 Whab 500 €
EcoFlow Delta 2*1.024 Whab 700 €

Vorteil: Kein Einbau, portabel, auch außerhalb des Wohnwagens nutzbar. Nachteil: Teurer pro Wh als fest verbaute Batterie, begrenzte Kapazität, muss regelmäßig manuell per Solar oder Landstrom geladen werden.

Wichtig: Personenschutzadapter nicht vergessen! Wenn du eine Powerstation über die Außensteckdose (230V CEE) des Wohnwagens einspeist, brauchst du unbedingt einen mobilen Personenschutzadapter (PRCD-S)* – zum Beispiel von Wattstunde oder PCE. Dieser FI-Schutzschalter schützt vor Stromschlag, falls in der Wohnwagen-Elektrik ein Fehler auftritt. Ohne PRCD-S ist das Einspeisen über die Außensteckdose gefährlich und nicht zulässig.

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Wattstunde Personenschutzadapter PRCD-S

Mobiler Personenschutzschalter (PRCD-S) für die sichere Einspeisung von Powerstations über die CEE-Außensteckdose. Schützt vor Stromschlag bei Fehlern in der Fahrzeugelektrik. Pflicht bei Powerstation-Nutzung.

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Anker Solix Solarmodule & PowerStations

Faltbare Solarmodule und tragbare PowerStations von Anker Solix – die flexible Alternative zur fest verbauten Solaranlage. Ideal für Wohnwagen-Einsteiger und als Ergänzung.

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Die richtige Dimensionierung

Die Frage „Wie viel Watt brauche ich?" hängt von deinem Verbrauch ab. Hier eine Übersicht:

Typischer Tagesverbrauch

VerbraucherVerbrauch (ca.)
LED-Beleuchtung2 Ah/Tag
Handy laden (2×)2 Ah/Tag
Wasserpumpe1 Ah/Tag
Kompressorkühlschrank20 Ah/Tag
Laptop (4 Std.)8 Ah/Tag
TV (4 Std.)5 Ah/Tag
Router/Starlink5–10 Ah/Tag

Empfehlung nach Nutzungstyp

TypVerbrauchEmpfehlungKosten (Set + Batterie)
Wochenend-Camper~25 Ah/Tag100W + 100Ah LiFePO4ca. 350–500 €
Urlaubscamper~35 Ah/Tag200W + 100Ah LiFePO4ca. 470–650 €
Vielfahrer / Homeoffice~50 Ah/Tag300–400W + 200Ah LiFePO4ca. 870–1.200 €

Faustregel: Ein 100W-Panel erzeugt im Sommer in Deutschland ca. 30–40 Ah am Tag. Im Frühjahr/Herbst ca. 15–25 Ah, im Winter deutlich weniger. Lieber großzügiger dimensionieren – Reserven sorgen für Entspannung.

Alles zur Stromversorgung im Wohnwagen (230V, 12V, Batterien) haben wir im Grundlagenartikel erklärt.

Installation: Selbst machen oder machen lassen?

Eine Solaranlage kannst du mit handwerklichem Geschick selbst montieren. Die meisten Komplett-Sets kommen mit verständlicher Anleitung.

Montage-Schritte

  1. Module positionieren – möglichst in Fahrtrichtung ausrichten, Schattenwurf von Dachluken und Antennen vermeiden
  2. Befestigung – starre Module mit Spoiler-Halterungen verschrauben oder verkleben (Sikaflex/Dekalin). Flexible Module direkt aufkleben
  3. Dachdurchführung setzen – Loch bohren, Durchführung einsetzen, gründlich abdichten
  4. Kabel verlegen – vom Dach zum Laderegler (möglichst kurz und dick, min. 4 mm²)
  5. Laderegler anschließen – erst Batterie, dann Solar (nie umgekehrt!)
  6. Sicherungen einbauen – zwischen Laderegler und Batterie, und zwischen Batterie und Verbrauchern

Profi-Installation

Wenn du unsicher bist: Fachwerkstätten berechnen ca. 150–300 € für die Montage. Gerade bei der Elektrik ist Sorgfalt wichtig – falsch verlegte Kabel oder fehlende Sicherungen können einen Brand verursachen.

Stellplatz-Tipp

Wenn du auf der Suche nach dem richtigen Stellplatz bist, achte darauf, dass dein Wohnwagen freie Sicht nach Süden hat. Bäume sind schön schattig – aber dein Solarertrag dankt es dir, wenn die Module in der Sonne stehen.

Was kostet eine Solaranlage? Gesamtübersicht

AnlageModuleReglerBatterieZubehörGesamt (ca.)
Einstieg (100W)Komplett-Set 185 €inklusiveLiFePO4 100Ah 150 €ab 335 €
Standard (200W)Komplett-Set 313 €inklusiveLiFePO4 100Ah 317 €ab 630 €
Komfort (400W)Komplett-Set 568 €Victron inkl.LiFePO4 200Ah 300 €Batteriewächter 70 €ab 940 €

Fazit

Eine Solaranlage auf dem Wohnwagen ist eine der besten Investitionen die du als Camper machen kannst. Sie macht dich unabhängig, spart langfristig Geld und eröffnet neue Möglichkeiten bei der Stellplatzwahl.

Für Einsteiger: Das Offgridtec 200W Komplett-Set* (ab 313 €) plus eine LiFePO4 100Ah* (ab 150 €) – zusammen unter 500 € und damit für die meisten Wohnwagen ausreichend.

Für Vielfahrer: 400W + 200Ah LiFePO4 + Victron-Laderegler – damit bist du auch an bewölkten Tagen und mit Laptop versorgt.

Die Installation ist für Hobby-Handwerker machbar, wer auf Nummer sicher gehen will, lässt es vom Profi machen. Einmal installiert, wirst du dich fragen, warum du nicht schon viel früher auf Solar gesetzt hast.

Passende Ergänzungen: Zubehör Must-Haves, Packliste und Stromkabel & Adapter.

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