Wohnwagen TÜV: Wann ist er fällig & was wird geprüft?
Alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung – aber was prüft der TÜV beim Wohnwagen genau? Wie du dich vorbereitest und typische Mängel vermeidest.
Der TÜV-Termin für den Wohnwagen steht an und du fragst dich, was auf dich zukommt? Oder du hast dir gerade einen Caravan gekauft und weißt nicht, wann die erste Hauptuntersuchung fällig ist? Keine Panik – ich führe dich durch den kompletten Ablauf. Nach diesem Artikel weißt du, wann du hin musst, was geprüft wird und wie du typische Mängel schon vorher erkennst und beseitigst. So kommst du entspannt durch den TÜV.
Wann ist der TÜV fällig? Die Fristen im Überblick
Beim Wohnwagen gelten ähnliche Fristen wie beim Auto – mit einer Besonderheit bei Neufahrzeugen.
Die wichtigsten Fristen:
- Neuer Wohnwagen: Erste Hauptuntersuchung nach 3 Jahren (ab Erstzulassung)
- Danach: Alle 2 Jahre zur HU
- Wohnwagen über 3.500 kg zGG: Jährliche Hauptuntersuchung (Sicherheitsprüfung)
Das Datum der nächsten HU erkennst du an der Plakette auf dem Kennzeichen. Die Zahl oben auf der Plakette zeigt den Monat, die Farbe das Jahr. Wenn du den Termin überziehst, wird es unangenehm: Ab zwei Monaten Überziehung drohen 15 Euro Verwarnungsgeld, ab vier Monaten wird es teurer und es gibt einen Punkt in Flensburg. Und bei einer Kontrolle mit deutlich abgelaufener Plakette kann sogar eine vertiefte HU angeordnet werden, die nochmal extra kostet.
Mein Tipp: Trag dir den Termin gleich im Kalender ein, wenn du die neue Plakette bekommst. So vergisst du ihn garantiert nicht.
Was wird beim TÜV geprüft? Die Prüfpunkte im Detail
Der Prüfer schaut sich deinen Wohnwagen von außen, von unten und von innen an. Die Prüfung dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten. Hier sind die wichtigsten Bereiche:
Fahrwerk und Bremsen:
- Funktion der Auflaufbremse
- Zustand der Bremsbeläge und Bremstrommeln
- Handbremsanlage
- Radlager und Achsaufhängung
- Zustand der Reifen (Profiltiefe mindestens 1,6 mm, Alter, Beschädigungen)
Beleuchtung:
- Alle Scheinwerfer, Rücklichter und Blinker müssen funktionieren
- Bremslichter und Nebelschlussleuchte
- Kennzeichenbeleuchtung
- Seitenmarkierungsleuchten (bei Wohnwagen über 6 Meter Länge)
Aufbau und Karosserie:
- Zustand der Außenhaut (Risse, Dellen, Korrosion)
- Dichtigkeit der Fenster und Türen
- Sicherheitsglas an den Fenstern
- Zustand des Unterbodens
Kupplung und Verbindung:
- Anhängerkupplung und Kugelkopfaufnahme
- Abreißseil
- Stützrad
- Elektrische Verbindung (13- oder 7-poliger Stecker)
Was der TÜV nicht prüft: die Gasanlage. Dafür gibt es eine separate Gasprüfung, die du alle zwei Jahre machen lassen musst. Dazu gleich mehr.
Gasprüfung – die zweite Pflichtuntersuchung
Zusätzlich zur TÜV-Hauptuntersuchung ist bei Wohnwagen mit Gasanlage eine Gasprüfung nach DVGW G 607 Pflicht. Die wird alle zwei Jahre fällig und kann unabhängig vom TÜV-Termin durchgeführt werden – am besten kombinierst du beides, dann hast du nur einen Termin.
Was bei der Gasprüfung gecheckt wird:
- Dichtigkeit aller Gasleitungen und Anschlüsse
- Zustand der Gasregler und Schläuche (Schläuche müssen alle 10 Jahre getauscht werden)
- Funktion aller Gasgeräte (Kocher, Heizung, Kühlschrank)
- Belüftungsöffnungen (müssen frei und ausreichend dimensioniert sein)
- Druckprüfung der gesamten Anlage
Die Gasprüfung kostet zwischen 30 und 50 Euro und wird von zertifizierten Sachverständigen durchgeführt. Viele TÜV-Stationen und Campinghändler bieten die Prüfung an. Ohne gültige Gasprüfung darfst du die Gasanlage nicht betreiben – und bei einer Kontrolle gibt es Ärger.
Typische Mängel und wie du sie vorher erkennst
Aus meiner Erfahrung scheitern Wohnwagen beim TÜV am häufigsten an Dingen, die du vorher leicht selbst prüfen und beheben kannst. Hier die Top-Mängel:
1. Beleuchtung defekt: Das ist der häufigste Mangel und gleichzeitig der einfachste. Prüfe vor dem TÜV-Termin alle Lichter. Birnen kosten nur ein paar Euro und sind in Minuten getauscht. Vergiss dabei nicht die Kennzeichenbeleuchtung.
2. Reifen abgefahren oder zu alt: Die Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm, aber ich empfehle dir, spätestens bei 3 mm zu wechseln. Außerdem: Reifen, die älter als 6 Jahre sind, werden vom Prüfer oft beanstandet, auch wenn das Profil noch gut ist. Das Alter erkennst du an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke.
3. Bremse schwergängig oder fest: Wenn der Wohnwagen lange steht, können die Bremsen festrosten. Fahre vor dem TÜV-Termin ein paar Runden und bremse mehrfach kräftig. Schwergängige Bremsen solltest du in einer Fachwerkstatt warten lassen.
4. Rost am Rahmen oder Unterboden: Kontrolliere den Unterboden auf durchgerostete Stellen. Oberflächenrost ist meist kein Problem, aber wenn der Rahmen angegriffen ist, wird es teuer. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Feuchtigkeit im Wohnwagen erkennen und bekämpfen.
5. Abreißseil fehlt oder ist defekt: Das Abreißseil muss vorhanden und funktionsfähig sein. Es sorgt dafür, dass der Wohnwagen bremst, falls er sich vom Zugfahrzeug löst. Prüfe, ob es intakt ist und richtig befestigt.
Falls du einen gebrauchten Wohnwagen kaufst, empfehle ich dir, meine Checkliste für den Gebrauchtwohnwagen-Kauf durchzugehen – dort sind viele der TÜV-relevanten Punkte bereits enthalten.
Was kostet der TÜV beim Wohnwagen?
Die Kosten für die Hauptuntersuchung variieren je nach Prüfstelle und Region:
| Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Hauptuntersuchung (HU) | 50–80 € |
| Gasprüfung (G 607) | 30–50 € |
| HU + Gasprüfung kombiniert | 70–120 € |
| Nachuntersuchung bei Mängeln | 15–30 € |
Mein Tipp: Frag bei deinem Campinghändler oder einer freien Werkstatt nach einem Kombipreis für HU und Gasprüfung. Viele bieten Paketpreise an, die günstiger sind als Einzeltermine. Und die Kosten für TÜV und Gas gehören natürlich zu den jährlichen Gesamtkosten deines Wohnwagens.
Fazit
Der TÜV beim Wohnwagen ist kein Hexenwerk, wenn du dich ein bisschen vorbereitest. Prüfe vor dem Termin die Beleuchtung, die Reifen und die Bremsen – damit erledigst du schon die häufigsten Mängel. Kombiniere die HU am besten mit der Gasprüfung und vergiss nicht, dir den nächsten Termin gleich im Kalender einzutragen. Mit einem gepflegten Wohnwagen und ein wenig Vorbereitung fährst du entspannt durch die Prüfung und kannst dich auf die nächste Saison freuen.