Besteck, Gläser & Becher: Was gehört in die Camping-Küche?
Plastikbecher oder Weinglas? Edelstahl oder leichtes Reisebesteck? Tipps für bruchsicheres, praktisches Zubehör, das trotzdem Spaß macht.
Geschirr, Töpfe und Pfannen hast du vielleicht schon auf der Liste. Aber was ist mit dem Rest? Besteck, Gläser und Becher gehören genauso zur Camping-Küche – und auch hier gibt es ein paar Dinge, die du wissen solltest. Die gute Nachricht: Beim Besteck kannst du es dir einfach machen. Bei Gläsern und Bechern lohnt es sich dagegen, kurz nachzudenken. Denn zwischen dem Plastikbecher vom Discounter und dem bruchsicheren Weinglas aus Tritan liegt eine ganze Welt.
Besteck: Normales Edelstahl reicht
Vergiss spezielles Camping-Besteck. Ernsthaft. Du brauchst keine ultraleichten Titanium-Gabeln und keine Klapp-Löffel mit integriertem Flaschenöffner. Normales Edelstahlbesteck aus der Küchenschublade zu Hause tut es im Wohnwagen genauso.
Edelstahl ist leicht genug, robust, spülmaschinenfest und liegt gut in der Hand. Ein 4-Personen-Besteckset wiegt vielleicht 500 Gramm – das fällt bei der Zuladung nicht ins Gewicht.
Was du wirklich brauchst (pro Person):
- 1 Messer, 1 Gabel, 1 Löffel, 1 Teelöffel
- Optional: 1 Steakmesser für den Grillabend
Das war es. Nicht mehr. Kein Fischmesser, kein Kuchenheber, kein Salatbesteck. Im Wohnwagen gilt: Weniger Kram bedeutet weniger Abwasch und weniger Chaos in der Schublade.
Wenn du trotzdem spezielles Besteck willst: Kompakte Camping-Bestecksets mit Reiseetui gibt es ab 15 Euro. Praktisch für unterwegs – zum Beispiel beim Picknick oder auf Rastplätzen. Im Wohnwagen selbst brauchst du das aber nicht. Spar dir das Geld.
Tipp: Leg eine Anti-Rutsch-Matte in die Besteckschublade. Sonst hörst du bei jeder Kurve ein fröhliches Klappern aus der Küche.
Gläser: Tritan statt Glas
Hier wird es interessant. Echte Gläser im Wohnwagen sind ein Risiko. Eine scharfe Bremsung, eine Bodenwelle, ein unbedachter Griff in den Schrank – und du hast Scherben in der Küche. Oder schlimmer: Splitter auf dem Boden, an dem alle barfuß laufen.
Die Lösung heißt Tritan. Das ist ein Kunststoff, der aussieht und sich anfühlt wie echtes Glas – transparent, glatt, ohne Plastik-Optik. Aber Tritan ist praktisch unzerstörbar. Du kannst ein Tritan-Weinglas vom Tisch werfen, und es passiert nichts. Kein Bruch, keine Risse, keine Kratzer.
Weingläser aus Tritan sind der absolute Gamechanger auf dem Campingplatz. Rotwein aus einem echten (naja, fast echten) Weinglas statt aus dem Plastikbecher – das macht den Abend sofort gemütlicher. Marken wie Silwy oder Govino bieten hochwertige Tritan-Gläser, die auch nach dem zehnten Campingurlaub noch wie neu aussehen.
Preis: Tritan-Weingläser kosten ab 8 Euro pro Stück. Ein 4er-Set gibt es für 25 bis 40 Euro. Klingt nach viel für Plastik, aber bedenke: Du kaufst sie einmal und hast Jahre Ruhe.
Polycarbonat ist die günstigere Alternative. Auch bruchsicher, aber optisch nicht ganz so überzeugend wie Tritan – etwas trüber, etwas plastischer im Griff. Für Alltagsgläser und Kinderbecher absolut in Ordnung, für den stilvollen Weinabend eher nicht.
Tipp für Weintrinker: Es gibt magnetische Glashalter von Silwy, die mit einer Metallplatte und Magnet im Glasboden arbeiten. Das Glas haftet auf der Metallplatte und kippt auch bei Wind oder auf schiefer Fläche nicht um. Klingt nach Spielerei, ist aber tatsächlich praktisch auf dem Campingtisch.
Becher: Isoliert gewinnt
Beim Becher scheiden sich die Geister. Manche Camper schwören auf den klassischen Emaille-Becher (Retro-Charme!), andere auf doppelwandige Edelstahl-Thermobecher. Und dann gibt es die Fraktion Melamin-Tasse, passend zum Geschirrset.
Empfehlung: Doppelwandige Edelstahlbecher. Die halten Kaffee morgens heiß und Bier abends kalt. Sie schwitzen nicht (kein Kondenswasser auf dem Tisch), sind leicht, robust und sehen gut aus. Der Klassiker ist der Yeti Rambler, aber den gibt es auch deutlich günstiger von No-Name-Marken – ab 10 Euro pro Becher.
Emaille-Becher sehen toll aus und sind der Instagram-Liebling unter Campern. Praktisch haben sie aber Nachteile: Der Rand wird heiß (Lippen verbrennen am Kaffee), sie isolieren nicht (Kaffee wird schnell kalt), und wenn die Emaille abplatzt, rostet das Metall darunter.
Melamin-Tassen passen optisch perfekt zum Camping-Geschirrset und sind eine solide Wahl. Sie isolieren besser als Emaille, sind leicht und bruchsicher. Aber an die Isolierleistung eines doppelwandigen Edelstahlbechers kommen sie nicht heran.
Nettes Zubehör, das Spaß macht
Neben dem Pflichtprogramm gibt es ein paar Extras, die den Campingalltag verschönern:
Weinglas-Halter für Campingstühle: Kleine Haken oder Clips, die am Campingstuhl befestigt werden und dein Glas halten. Kein Umkippen mehr, wenn du mit dem Weinglas im Stuhl sitzt. Kosten ab 5 Euro und sind ein schönes Geschenk für Camping-Fans.
Flaschenöffner und Korkenzieher: Klingt banal, aber auf dem Campingplatz ist der Korkenzieher das meistgesuchte Werkzeug. Pack ein Kellnermesser ein – das hat Korkenzieher, Flaschenöffner und Messer in einem.
Schneidebrett: Ein kleines, leichtes Schneidebrett aus Kunststoff oder Bambus. Am besten eines mit Saftrille und rutschfester Unterseite. Manche Camping-Kochsets haben Deckel, die als Schneidebrett dienen – clever gelöst.
Weniger mitnehmen, mehr genießen
Der wichtigste Tipp zum Schluss: Nimm nicht zu viel mit. Es ist verlockend, die Camping-Küche mit allem auszustatten, was der Campingzubehör-Laden hergibt. Aber jedes Teil braucht Platz, muss gespült und verstaut werden.
Für zwei Personen brauchst du: 3 Sets Besteck, 2–3 Gläser, 2 isolierte Becher und ein Paar Weingläser. Punkt. Für vier Personen: entsprechend mehr, aber nicht doppelt so viel.
Und wenn Besuch kommt? Dann teilt man sich ein Glas, trinkt abwechselnd, oder der Gast bringt seinen eigenen Becher mit. So läuft das auf dem Campingplatz. Niemand erwartet ein komplett gedecktes Festtagstafelservice.
Zusammen mit dem richtigen Geschirr und einem kompakten Kochtopfset hast du alles, was du für die Camping-Küche brauchst. Und jetzt: raus auf den Platz und kochen.