Campingstühle, Tische und Outdoor-Möbel: Die richtige Wahl für den Wohnwagen
Klappstühle, Regietische oder Alu-Rolltische – welche Campingmöbel passen zu deinem Wohnwagen? Ein Vergleich nach Komfort, Gewicht und Packmaß.
Wer mit dem Wohnwagen unterwegs ist, verbringt einen großen Teil der Zeit draußen. Eine bequeme Sitzgruppe, ein stabiler Tisch und vielleicht eine Outdoor-Küche machen den Unterschied zwischen improvisiertem Camping und echtem Komfort. Dabei gibt es für jeden Anspruch und jedes Budget die passende Lösung – von der ultraleichten Faltlösung bis zum wohnzimmerähnlichen Setup vor dem Vorzelt.
Campingstühle: Vom Klappstuhl bis zum Relaxsessel
Die Bandbreite bei Campingstühlen ist enorm. Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden:
Klassische Klappstühle sind günstig (15–40 €), leicht und schnell aufgebaut. Sie reichen für den gelegentlichen Einsatz, sind aber bei längeren Sitzzeiten nicht besonders bequem. Die Sitzfläche ist oft schmal, eine Armlehne fehlt häufig.
Regiestühle bieten deutlich mehr Komfort. Mit gepolsterten Armlehnen, höherer Sitzposition und stabilem Rahmen eignen sie sich auch für stundenlanges Sitzen am Abend. Gute Modelle kosten zwischen 40 und 80 €. Marken wie Brunner, Crespo oder Westfield bieten hier solide Qualität.
Relaxsessel und Liegestühle setzen die Komfort-Messlatte nochmal höher. Der Lafuma RSX oder der Westfield Advancer XL gelten als Referenz in dieser Klasse. Stufenlos verstellbare Rückenlehne, gepolsterte Kopfstütze und robustes Gewebe sorgen für echtes Wohnzimmer-Feeling. Preis: 80–200 €. Das Gewicht liegt allerdings bei 5–8 kg pro Stuhl.
Tipp: Vor dem Kauf unbedingt Probesitzen. Die Sitzhöhe und Sitzbreite variieren stark, und ein zu niedriger Stuhl wird bei Knieproblemen schnell zur Qual.
Campingtische: Alu-Rolltisch, Klapptisch oder Lattentisch
Beim Tisch zählen Stabilität, Packmaß und die richtige Größe. Für zwei Personen reicht ein Tisch mit 80 × 60 cm, für Familien sollten es mindestens 120 × 70 cm sein.
Alu-Rolltische bestehen aus einzelnen Aluminiumlamellen, die sich aufrollen lassen. Vorteil: extrem kleines Packmaß. Nachteil: die Oberfläche ist nicht ganz eben, Gläser können auf den Rillen wackeln. Preis: 30–80 €.
Klapptische mit geschlossener Platte bieten eine glatte Oberfläche und hohe Stabilität. Sie sind allerdings sperriger beim Transport. Modelle mit Teleskopbeinen erlauben verschiedene Höheneinstellungen. Preis: 40–120 €.
Lattentische aus Bambus oder Holz sehen schick aus und sind stabil. Das Gewicht ist höher als bei Alu-Varianten, was bei Wohnwagen-Nutzung aber kaum stört – der Tisch fährt ja im Stauraum mit. Preis: 60–150 €.
Beistelltische sind ein oft unterschätztes Zubehör. Ein kleiner Klapptisch neben dem Relaxsessel für Getränk und Buch macht den Abend deutlich entspannter. Leichte Modelle gibt es ab 15 €.
Outdoor-Küchen und Küchenständer
Wer regelmäßig am Wohnwagen kocht, profitiert von einem dedizierten Küchenständer. Diese bestehen aus einem Alu-Gestell mit Windschutz und Ablageflächen, auf dem ein Campingkocher sicher steht.
Einfache Küchenständer (30–60 €) bieten eine Arbeitsfläche und einen Windschutz. Für den Gelegenheitseinsatz reicht das völlig.
Komplette Outdoor-Küchen von Marken wie Berger, Brunner oder Camp4 haben zusätzlich Spülbecken, Schränke und Staufächer. Preis: 100–300 €. Sie sind aber auch sperrig und schwer – eher etwas für Dauercamper oder Saisonplätze.
Eine Alternative ist ein stabiler Klapptisch als Arbeitsfläche, kombiniert mit dem vorhandenen Campingkocher. Weniger elegant, aber funktional und platzsparend.
Gewicht vs. Komfort: Die richtige Balance finden
Bei Campingmöbeln gilt eine simple Faustregel: Je leichter, desto weniger bequem. Und je bequemer, desto größer das Packmaß. Mit dem Wohnwagen hast du allerdings einen entscheidenden Vorteil gegenüber Rucksack-Campern – du hast Stauraum.
Das bedeutet: Beim Wohnwagen-Camping darf es ruhig etwas schwerer und sperriger sein, wenn der Komfort stimmt. Ein 7-kg-Relaxsessel ist kein Problem, wenn er in die Heckgarage oder den Gaskasten passt.
Empfehlung für ein solides Basis-Setup (2 Personen):
- 2 × Regiestühle oder Relaxsessel (ca. 120–300 €)
- 1 × Klapptisch mit glatter Platte, 120 × 70 cm (ca. 60–100 €)
- 2 × Beistelltische (ca. 30 €)
- Optional: Küchenständer (ca. 40–60 €)
Gesamtbudget: 250–500 € für eine komplette, bequeme Sitzgruppe.
Aufbewahrung und Pflege
Campingmöbel überleben deutlich länger, wenn sie trocken und sauber gelagert werden. Nasses Gewebe in der Heckgarage verpacken ist ein sicherer Weg zu Stockflecken und muffigem Geruch.
Praktische Tipps für die Lagerung:
- Möbel vor dem Einpacken trocknen lassen
- In Stoffbeutel oder Schutzhüllen verstauen
- Im Wohnwagen so sichern, dass nichts während der Fahrt verrutscht
- Gelenke und Scharniere einmal pro Saison mit Silikonspray behandeln
- Verschmutzte Bezüge mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen
Aluminiumgestelle sind weitgehend pflegefrei. Stahlgestelle (güntige Modelle) können an Kratzern rosten – hier lohnt sich ein Wachsschutz.
Wer sich bei der ersten Anschaffung für solide Markenqualität entscheidet, hat viele Saisons Freude an seinen Campingmöbeln. Billigstühle vom Discounter halten oft nur eine oder zwei Saisons, bevor das Gewebe reißt oder die Gelenke ausleiern.