Gasanlage im Wohnwagen: Sicherheit, Prüfung & Wartung
Gas ist im Wohnwagen allgegenwärtig – zum Kochen, Heizen und Kühlen. Was du über die Gasanlage wissen musst und warum die Gasprüfung so wichtig ist.
Gas gehört zum Wohnwagen wie der Hering zum Vorzelt – ohne geht es kaum. Deine Heizung, der Herd, der Kühlschrank und oft auch der Warmwasserboiler laufen mit Flüssiggas. Das ist praktisch und bewährt, aber eben auch ein Thema, bei dem du nicht schludern solltest. Eine fehlerhafte Gasanlage kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein. Die gute Nachricht: Wenn du dich an ein paar Grundregeln hältst und die Prüffristen einhältst, ist Gas im Wohnwagen absolut sicher. Lass mich dir alles Wichtige erklären.
So funktioniert die Gasanlage im Wohnwagen
Die Gasanlage im Wohnwagen besteht aus mehreren Komponenten: Im Gaskasten – einem belüfteten Fach an der Deichsel oder am Heck – stehen die Gasflaschen. Am Flaschenhals sitzt der Druckminderer, der den hohen Flaschendruck von etwa 6 bis 8 bar auf den Betriebsdruck von 30 mbar reduziert. Von dort führen Gasleitungen – meistens aus Kupfer oder Edelstahl – zu den einzelnen Verbrauchern: Heizung, Herd, Kühlschrank und eventuell Boiler.
Die meisten Wohnwagen sind für den Betrieb mit zwei Gasflaschen ausgelegt, wobei immer nur eine aktiv ist und die zweite als Reserve dient. Ein Umschaltventil – manuell oder automatisch – wechselt auf die volle Flasche, wenn die erste leer ist. Automatische Umschaltventile wie das Truma DuoControl sind besonders komfortabel, weil du nicht nachts raus musst, wenn die Flasche leer ist.
Jeder Verbraucher hat ein eigenes Absperrventil, und es gibt ein zentrales Hauptabsperrventil am Druckminderer. Grundregel: Wenn du Gas nicht brauchst, dreh es ab. Besonders beim Fahren und beim Tanken müssen alle Gasflaschen geschlossen sein – auch wenn es Heizungen gibt, die für den Fahrbetrieb zugelassen sind.
Die Gasprüfung G 607: Pflicht alle zwei Jahre
Die Gasprüfung nach DVGW-Arbeitsblatt G 607 ist für alle Wohnwagen mit Gasanlage Pflicht – und zwar alle zwei Jahre. Ohne gültige Gasprüfung bekommst du keine neue TÜV-Plakette, denn die Gasprüfbescheinigung muss bei der Hauptuntersuchung vorgelegt werden.
Bei der Prüfung kontrolliert ein zugelassener Sachkundiger die gesamte Gasanlage: Druckminderer, Leitungen, Verschraubungen, Verbraucher und Belüftungsöffnungen. Es wird eine Dichtheitsprüfung durchgeführt, bei der die Anlage unter Druck gesetzt und auf Leckagen geprüft wird. Außerdem werden die Funktion der Verbraucher und die Verbrennungsluftversorgung kontrolliert.
Die Prüfung dauert etwa 30 bis 60 Minuten und kostet zwischen 30 und 80 Euro. Durchgeführt wird sie von zugelassenen Prüfbetrieben – das sind Wohnwagen-Werkstätten, manche Campingfachhändler und spezialisierte Prüfer, die auch mobil zu dir kommen. Die bestandene Prüfung wird in der gelben Prüfbescheinigung dokumentiert, die du immer im Wohnwagen mitführen solltest.
Mein Tipp: Lass die Gasprüfung nicht auf den letzten Drücker vor dem TÜV machen, sondern ein paar Wochen vorher. Wenn Mängel festgestellt werden, hast du dann noch Zeit für die Reparatur, ohne den TÜV-Termin zu gefährden.
Gasflaschen: Typen, Tausch und Kosten
In Deutschland sind die grauen 5-kg- und 11-kg-Propangasflaschen Standard. Sie gehören dem Gasanbieter – du kaufst also nur die Füllung und tauschst die leere Flasche beim Händler gegen eine volle. Eine 11-kg-Füllung kostet je nach Anbieter 15 bis 30 Euro, eine 5-kg-Füllung 10 bis 20 Euro.
Alternativ gibt es Alu-Gasflaschen, die deutlich leichter sind: Eine 11-kg-Alu-Flasche wiegt nur etwa 5,5 kg (leer), während die Stahlflasche rund 10 kg auf die Waage bringt. Das spart fast 5 kg pro Flasche – bei zwei Flaschen also knapp 10 kg Zuladung. Alu-Flaschen kosten in der Anschaffung allerdings 80 bis 130 Euro pro Stück und gehören dir – du lässt sie auffüllen statt sie zu tauschen.
Für Reisen ins Ausland gibt es ein Problem: Die deutschen grauen Tauschflaschen bekommst du im Ausland nicht getauscht. Hier helfen Adapter-Sets, mit denen du ausländische Gasanschlüsse nutzen kannst, oder du steigst auf die europaweit auffüllbare blaue Campingaz-Flasche um. Praktischer ist allerdings ein Euro-Füll-Set, mit dem du deine deutschen Flaschen im Ausland an Autogas-Tankstellen befüllen lassen kannst. Achtung: Das Befüllen von Tauschflaschen ist in Deutschland nicht erlaubt, in vielen anderen Ländern aber gängige Praxis.
Wie sich die Heizungssysteme im Gasverbrauch unterscheiden, habe ich in einem eigenen Vergleich zusammengefasst.
Gaswarner: Sinnvolle Sicherheit
Ein Gaswarner gehört in jeden Wohnwagen – da bin ich absolut kompromisslos. Das Gerät erkennt austretendes Propangas und schlägt Alarm, bevor eine gefährliche Konzentration erreicht wird. Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden, weshalb der Gaswarner tief montiert werden muss – idealerweise 30 cm über dem Boden in der Nähe der Gasverbraucher.
Gute Gaswarner kosten zwischen 40 und 120 Euro und arbeiten mit 12 Volt aus der Bordbatterie. Manche Modelle erkennen zusätzlich Kohlenmonoxid (CO), was besonders bei Heizungsbetrieb sinnvoll ist. CO ist geruchlos und kann bei unvollständiger Verbrennung entstehen – ein CO-Warner kann im Ernstfall dein Leben retten.
Einige neuere Wohnwagen haben ab Werk einen Gaswarner verbaut. Wenn deiner keinen hat, rüste ihn nach – das ist eine der günstigsten und wichtigsten Sicherheitsinvestitionen, die du machen kannst. In der Zubehör-Liste findest du empfehlenswerte Modelle.
Wartung und Pflege der Gasanlage
Zwischen den offiziellen Prüfungen kannst du selbst einiges tun, um deine Gasanlage in Schuss zu halten. Kontrolliere regelmäßig die Gummischläuche – sie verbinden den Druckminderer mit der Festleitung und müssen spätestens alle zehn Jahre getauscht werden. Das Herstellungsdatum ist auf dem Schlauch aufgedruckt. Wenn der Schlauch rissig, spröde oder verfärbt ist, tausche ihn sofort aus.
Prüfe die Belüftungsöffnungen des Gaskastens – sie dürfen niemals verstopft oder zugestellt sein. Gas, das aus einer undichten Stelle austritt, muss nach unten abziehen können. Verstopfte Belüftungen sind ein häufiger Mangel bei der Gasprüfung.
Kontrolliere nach dem Winter und vor der ersten Fahrt alle sichtbaren Verschraubungen und Anschlüsse. Eine einfache Dichtigkeitsprüfung kannst du selbst mit Lecksuchspray durchführen: Spray auf die Verbindungsstellen sprühen – wenn es Blasen wirft, ist die Stelle undicht. Offene Flammen zur Lecksuche sind natürlich absolut tabu.
Beim Winterfestmachen des Wohnwagens solltest du die Gasflaschen zudrehen und idealerweise entnehmen. Im Frühjahr dann alles gründlich kontrollieren, bevor du die Anlage wieder in Betrieb nimmst.
Fazit
Die Gasanlage im Wohnwagen ist kein Hexenwerk, aber sie verdient deinen Respekt. Halte die Prüffristen ein, investiere in einen Gaswarner und kontrolliere regelmäßig Schläuche und Anschlüsse – dann bist du auf der sicheren Seite. Die Gasprüfung alle zwei Jahre ist nicht nur Pflicht, sondern auch sinnvoll, denn ein Fachmann sieht Dinge, die dir als Laie nicht auffallen. Und bitte: Spar nicht an der falschen Stelle. Ein vernünftiger Druckminderer, ein geprüfter Schlauch und ein Gaswarner kosten zusammen keine 200 Euro – dafür bekommst du die Sicherheit, nachts ruhig schlafen zu können. Und genau darum geht es beim Camping doch, oder?