Gasanlage im Wohnwagen: Sicherheit & Prüfung G 607

Gasprüfung G 607 seit 19.06.2025 Pflicht (§ 60 StVZO): alle zwei Jahre, unabhängig von der HU. So bleibt deine Gasanlage im Wohnwagen sicher und legal.

Gas gehört zum Wohnwagen wie der Hering zum Vorzelt – ohne geht es kaum. Deine Heizung, der Herd, der Kühlschrank und oft auch der Warmwasserboiler laufen mit Flüssiggas. Das ist praktisch und bewährt, aber eben auch ein Thema, bei dem du nicht schludern solltest. Eine fehlerhafte Gasanlage kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein. Die gute Nachricht: Wenn du dich an ein paar Grundregeln hältst und die Prüffristen einhältst, ist Gas im Wohnwagen absolut sicher. Lass mich dir alles Wichtige erklären. Wenn du ganz am Anfang stehst, wirf auch einen Blick auf die Gas-Basics für Einsteiger.

So funktioniert die Gasanlage im Wohnwagen

Die Gasanlage im Wohnwagen besteht aus mehreren Komponenten: Im Gaskasten – einem belüfteten Fach an der Deichsel oder am Heck – stehen die Gasflaschen. Am Flaschenhals sitzt der Druckminderer, der den hohen Flaschendruck von etwa 6 bis 8 bar auf den Betriebsdruck von 30 mbar reduziert. Von dort führen Gasleitungen – meistens aus Kupfer oder Edelstahl – zu den einzelnen Verbrauchern: Heizung, Herd, Kühlschrank und eventuell Boiler.

Die meisten Wohnwagen sind für den Betrieb mit zwei Gasflaschen ausgelegt, wobei immer nur eine aktiv ist und die zweite als Reserve dient. Ein Umschaltventil – manuell oder automatisch – wechselt auf die volle Flasche, wenn die erste leer ist. Automatische Umschaltventile wie die Truma DuoControl sind besonders komfortabel, weil du nicht nachts raus musst, wenn die Flasche leer ist.

Jeder Verbraucher hat ein eigenes Absperrventil, und es gibt ein zentrales Hauptabsperrventil am Druckminderer. Grundregel: Wenn du Gas nicht brauchst, dreh es ab. Besonders beim Fahren und beim Tanken müssen alle Gasflaschen geschlossen sein – auch wenn es Heizungen gibt, die für den Fahrbetrieb zugelassen sind.

Die Gasprüfung G 607: Pflicht alle zwei Jahre

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Die Gasprüfung nach DVGW-Arbeitsblatt G 607 ist seit dem 19. Juni 2025 für alle Wohnwagen mit Gasanlage gesetzlich Pflicht – geregelt im neuen § 60 StVZO. Fällig ist sie alle zwei Jahre, bei einem Neufahrzeug erstmals vor der ersten Inbetriebnahme. Wie die Prüfung im Detail abläuft, was sie kostet und wer sie durchführen darf, liest du im ausführlichen Ratgeber zur Gasprüfung G 607.

Wichtig zu wissen: Die Gasprüfung ist seit der Neuregelung unabhängig von der Hauptuntersuchung. Sie ist also keine Voraussetzung mehr für die HU-Plakette, sondern ein eigener Termin, um den du dich selbst kümmern musst – auch wenn der TÜV erst im nächsten Jahr ansteht. Versäumst du die Frist, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird (gestaffelt von einem niedrigen zweistelligen Betrag bei kurzer Überschreitung bis hin zu einem höheren Betrag ab etwa acht Monaten Verzug).

Bei der Prüfung kontrolliert ein anerkannter Sachkundiger die gesamte Gasanlage: Druckminderer, Leitungen, Verschraubungen, Verbraucher und Belüftungsöffnungen. Es wird eine Dichtheitsprüfung durchgeführt, bei der die Anlage unter Druck gesetzt und auf Leckagen geprüft wird. Außerdem werden die Funktion der Verbraucher und die Verbrennungsluftversorgung kontrolliert.

Die Prüfung dauert in der Regel rund 20 bis 45 Minuten. Anerkannte Prüfer findest du über die Listen des Deutschen Verbands Flüssiggas (DVFG) und des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik – das sind Wohnwagen-Werkstätten, viele Prüfzentren und spezialisierte Prüfer, die teils auch mobil zu dir kommen. Was du dafür zahlst, hängt vom Anbieter ab und bewegt sich auf einem überschaubaren Niveau. Die bestandene Prüfung wird in einer Prüfbescheinigung dokumentiert; zusätzlich kommt ein Prüfaufkleber ans Fahrzeug. Die Bescheinigung solltest du immer im Wohnwagen mitführen.

Tipp: Schiebe die Gasprüfung nicht bis kurz vor das Fristende auf, sondern plane sie ein paar Wochen vorher ein. Werden Mängel festgestellt, hast du dann noch Zeit für die Reparatur, ohne in die Bußgeld-Zone zu rutschen.

Gasflaschen: Typen, Tausch und Kosten

In Deutschland sind die grauen 5-kg- und 11-kg-Propangasflaschen Standard. Sie gehören dem Gasanbieter – du kaufst also nur die Füllung und tauschst die leere Flasche beim Händler gegen eine volle. Der Tauschpreis fällt je nach Flaschengröße und Anbieter unterschiedlich aus, hält sich aber im Rahmen.

Alternativ gibt es Alu-Gasflaschen, die deutlich leichter sind: Eine 11-kg-Alu-Flasche wiegt nur etwa 5,5 kg (leer), während die Stahlflasche rund 10 kg auf die Waage bringt. Das spart fast 5 kg pro Flasche – bei zwei Flaschen also knapp 10 kg Zuladung. Alu-Flaschen sind in der Anschaffung allerdings spürbar teurer und gehören dir – du lässt sie auffüllen statt sie zu tauschen. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt davon ab, wie wichtig dir die Zuladung ist; mehr dazu im Vergleich Stahl- vs. Alu-Gasflaschen.

Für Reisen ins Ausland gibt es ein Problem: Die deutschen grauen Tauschflaschen bekommst du im Ausland nicht getauscht. Hier helfen Adapter-Sets, mit denen du ausländische Gasanschlüsse nutzen kannst, oder du steigst auf die europaweit auffüllbare blaue Campingaz-Flasche um. Praktischer ist allerdings ein Euro-Füll-Set, mit dem du deine deutschen Flaschen im Ausland an Autogas-Tankstellen befüllen lassen kannst. Achtung: Das Befüllen von Tauschflaschen ist in Deutschland nicht erlaubt, in vielen anderen Ländern aber gängige Praxis.

Wie sich die Heizungssysteme im Gasverbrauch unterscheiden, ist in einem eigenen Vergleich zusammengefasst.

Gaswarner: Sinnvolle Sicherheit

Ein Gaswarner* gehört in jeden Wohnwagen – da gibt es keine Kompromisse. Das Gerät erkennt austretendes Propangas und schlägt Alarm, bevor eine gefährliche Konzentration erreicht wird. Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden, weshalb der Gaswarner tief montiert werden muss – idealerweise 30 cm über dem Boden in der Nähe der Gasverbraucher.

Gute Gaswarner liegen preislich im moderaten Zubehörsegment und arbeiten mit 12 Volt aus der Bordbatterie. Manche Modelle erkennen zusätzlich Kohlenmonoxid (CO), was besonders bei Heizungsbetrieb sinnvoll ist. CO ist geruchlos und kann bei unvollständiger Verbrennung entstehen – ein CO-Melder* kann im Ernstfall dein Leben retten. Mehr dazu im Artikel über CO-Melder und Rauchmelder im Wohnwagen.

Einige neuere Wohnwagen haben ab Werk einen Gaswarner verbaut. Wenn deiner keinen hat, rüste ihn nach – das ist eine der günstigsten und wichtigsten Sicherheitsinvestitionen, die du machen kannst. In der Zubehör-Liste findest du empfehlenswerte Modelle.

Wartung und Pflege der Gasanlage

Zwischen den offiziellen Prüfungen kannst du selbst einiges tun, um deine Gasanlage in Schuss zu halten. Kontrolliere regelmäßig die Gummischläuche – sie verbinden den Druckminderer mit der Festleitung und müssen spätestens alle zehn Jahre getauscht werden. Das Herstellungsdatum ist auf dem Schlauch aufgedruckt. Wenn der Schlauch rissig, spröde oder verfärbt ist, tausche ihn sofort aus.

Prüfe die Belüftungsöffnungen des Gaskastens – sie dürfen niemals verstopft oder zugestellt sein. Gas, das aus einer undichten Stelle austritt, muss nach unten abziehen können. Verstopfte Belüftungen sind ein häufiger Mangel bei der Gasprüfung.

Kontrolliere nach dem Winter und vor der ersten Fahrt alle sichtbaren Verschraubungen und Anschlüsse. Eine einfache Dichtigkeitsprüfung kannst du selbst mit Lecksuchspray durchführen: Spray auf die Verbindungsstellen sprühen – wenn es Blasen wirft, ist die Stelle undicht. Offene Flammen zur Lecksuche sind natürlich absolut tabu.

Beim Winterfestmachen des Wohnwagens solltest du die Gasflaschen zudrehen und idealerweise entnehmen. Im Frühjahr dann alles gründlich kontrollieren, bevor du die Anlage wieder in Betrieb nimmst. Vergiss nicht, die Gasprüfung auch auf deine Urlaubs-Checkliste zu setzen.

Fazit

Die Gasanlage im Wohnwagen ist kein Hexenwerk, aber sie verdient deinen Respekt. Halte die Prüffristen ein, investiere in einen Gaswarner und kontrolliere regelmäßig Schläuche und Anschlüsse – dann bist du auf der sicheren Seite. Die Gasprüfung alle zwei Jahre ist seit § 60 StVZO Pflicht und du bist selbst dafür verantwortlich, dass sie rechtzeitig stattfindet – unabhängig von der HU. Sinnvoll ist sie ohnehin, denn ein Fachmann sieht Dinge, die dir als Laie nicht auffallen. Und bitte: Spar nicht an der falschen Stelle. Ein vernünftiger Druckminderer, ein geprüfter Schlauch und ein Gaswarner sind zusammen überschaubar im Preis – dafür bekommst du die Sicherheit, nachts ruhig schlafen zu können. Und genau darum geht es beim Camping doch, oder?

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Zuletzt geprüft & überarbeitet: Juni 2026

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