Camping-Grills im Vergleich: Gas, Kohle, Elektro – was passt?

Vom Einweggrill bis zum Weber Q: Welcher Camping-Grill ist praktisch, transportabel und liefert gute Ergebnisse? Der große Vergleich.

Grillen gehört zum Camping wie der Auffahrkeil zum Stellplatz. Aber welchen Grill nimmst du mit? Die Auswahl ist riesig, und jeder Grilltyp hat seine Stärken und Schwächen. Gas, Kohle oder Elektro – jede Variante hat treue Fans, und jede hat Situationen, in denen sie glänzt oder komplett versagt. Hier erfährst du, welcher Grilltyp wirklich zu deinem Camping-Stil passt.

Gasgrill: Der König des Campingplatzes

Wenn du auf dem Campingplatz einen Blick über die Stellplätze wirfst, wirst du vor allem eines sehen: Gasgrills. Und das hat gute Gründe. Ein Gasgrill ist in zwei Minuten betriebsbereit, lässt sich präzise regulieren und macht kaum Dreck. Kein Anzünden, kein Warten, kein Ascheentsorgen.

Der Klassiker unter Campern ist der Weber Q1200. Kompakt, leistungsstark und in erstklassiger Verarbeitung – aber mit rund 250 Euro auch nicht günstig. Wer eine ähnliche Leistung für weniger Geld sucht, greift zum Enders Urban Pro II. Der steht dem Weber in Sachen Grillqualität kaum nach, ist etwas leichter und kostet deutlich weniger. Auch der Campingaz Attitude 2100 LX ist eine solide Alternative.

Der Cadac Safari Chef ist ein echtes Multitalent mit verschiedenen Aufsätzen – Grillrost, Plancha, Topfständer. Perfekt, wenn du wenig Stauraum hast, aber vielseitig kochen willst. Der Cobb Premier verfolgt ein ähnliches Konzept: kompakt, transportabel und mit verschiedenen Einsätzen auch als Räucherofen nutzbar.

Profi-Tipp: Gas-Außenanschluss nutzen. Viele Wohnwagen haben einen Gas-Außenanschluss (Quick Connector) an der Seitenwand. Damit schließt du den Gasgrill direkt an die Wohnwagen-Gasflasche an – keine Kartuschen mehr kaufen und schleppen. Ein passender Schlauch mit Druckminderer kostet 30–60 Euro und macht den Gasgrill noch praktischer.

Vorteile Gasgrill:

  • Sofort einsatzbereit
  • Temperatur stufenlos regelbar
  • Kein Rauch, kein Ruß, wenig Reinigung
  • Auf praktisch jedem Campingplatz erlaubt
  • Mit Gas-Außenanschluss keine Kartuschen nötig

Nachteile:

  • Teurer in der Anschaffung
  • Gaskartusche oder Gasanschluss nötig (ohne Außenanschluss)
  • Puristisches Grillaroma fehlt etwas

Kohlegrill: Rauch, Aroma und ein bisschen Abenteuer

Nichts schmeckt so authentisch wie Fleisch vom Kohlegrill. Das Raucharoma, die Hitze der Glut, das Ritual des Anzündens – für viele Camper ist das der einzig wahre Grill. Und günstig ist er auch: Ein solider Kugelgrill kostet ab 40 Euro, Einweggrills gibt es für unter 5 Euro.

Aber: Auf vielen Campingplätzen ist offenes Feuer und Holzkohle verboten. Und das aus gutem Grund – Funkenflug, Brandgefahr, Rauchbelästigung. Bevor du den Kohlegrill einpackst, check die Platzordnung. Gerade in Südeuropa und bei Trockenheit wird das streng gehandhabt.

Dazu kommt der Aufwand: Kohle braucht 20 bis 30 Minuten, bis sie durchgeglüht ist. Die Temperaturregelung ist Erfahrungssache. Und hinterher musst du die Asche sicher entsorgen – nicht einfach in den Mülleimer kippen, sie kann stundenlang nachglühen.

Vorteile Kohlegrill:

  • Unschlagbares Grillaroma
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kein Strom, kein Gas nötig

Nachteile:

  • Auf vielen Campingplätzen verboten
  • Lange Vorheizzeit
  • Rauch und Rußentwicklung
  • Ascheentsorgung umständlich

Elektrogrill: Langweilig, aber erlaubt

Der Elektrogrill ist der Pragmatiker unter den Camping-Grills. Kein Rauch, kein offenes Feuer, überall erlaubt. Einstecken, aufheizen, grillen. Klingt perfekt – und funktioniert auch, solange du Landstrom hast.

Die meisten Elektrogrills ziehen zwischen 1.500 und 2.200 Watt. Bei einer 6-Ampere-Absicherung (1.380 Watt) wird es also schon eng. Achte auf ein Modell mit maximal 1.200 Watt, wenn du auf Nummer sicher gehen willst. Der Weber Q1400 ist hier eine solide Wahl, zieht aber volle 2.200 Watt – das klappt nur bei 10-Ampere-Anschluss.

Geschmacklich kommt kein Elektrogrill an Gas oder Kohle heran. Aber für schnelle Würstchen, Gemüse oder Grillkäse reicht es vollkommen. Und auf Plätzen mit striktem Feuerverbot ist er oft die einzige Option.

Der große Vergleich: Welcher Grill passt zu dir?

KriteriumGasgrillKohlegrillElektrogrill
Aufheizzeit5 Min.20–30 Min.10 Min.
GeschmackSehr gutAm bestenOkay
ReinigungEinfachAufwendigEinfach
Preis (Einstieg)ab 100 €ab 30 €ab 60 €
Gewicht5–15 kg3–8 kg4–10 kg
Campingplatz-tauglichÜberallOft verbotenÜberall (mit Strom)
Strom/Gas nötigGaskartuscheKohle230V Landstrom

Für die meisten Wohnwagen-Camper ist der Gasgrill die beste Wahl. Er ist schnell, sauber, überall erlaubt und liefert gute Ergebnisse. Wenn du ohnehin Gas im Wohnwagen hast, kannst du mit einem Adapter sogar direkt von der Gasflasche grillen – Kartuschen schleppen entfällt.

Bist du eher der Typ, der abends gemütlich die Kohle anfacht und das Ritual genießt? Dann nimm den Kohlegrill – aber check vorher die Platzregeln. Und der Elektrogrill? Ist dein Backup, wenn alles andere nicht geht.

Größe, Gewicht und Transporttipps

Beim Camping zählt jedes Kilo und jeder Zentimeter Stauraum. Ein Weber Q1200 wiegt knapp 12 kg – das klingt wenig, addiert sich aber zu deiner Zuladung. Kompakte Tischgrills wie der Cadac Safari Chef wiegen um die 3 kg und passen in fast jede Ecke.

Tipp: Besorg dir eine passende Transporttasche. Die schützt nicht nur den Grill, sondern auch alles drumherum vor Fettresten und Grillgeruch. Und denk an einen stabilen Grillständer oder Tisch – auf dem Boden grillen ist unbequem und oft auch nicht erlaubt.

Weitere Ausstattungstipps findest du in unserer Must-Have-Liste für Wohnwagen-Zubehör. Dort gehen wir auch auf Kocher und Küchenausstattung ein.

Fazit: Ein Gasgrill, und du bist gerüstet

Für einen einzelnen Grill ist die Gasvariante die beste Wahl. Weber Q1200, Enders Urban Pro II oder Cadac Safari Chef – alle drei liefern zuverlässige Ergebnisse und sind in wenigen Minuten startklar. Wer den Gas-Außenanschluss des Wohnwagens nutzt, spart sich sogar die Kartuschen.

Kohle ist etwas für Puristen und freistehende Plätze. Elektro ist das Backup für striktes Feuerverbot. Aber egal, welchen Grill du wählst: Draußen kochen und essen gehört zu den schönsten Seiten des Campinglebens.