Ankunft auf dem Campingplatz: Ablauf & was du wissen musst
Check-in, Parzelle finden, aufstellen, anschließen – der erste Campingplatz-Besuch kann überwältigend sein. So läuft es stressfrei.
Du hast die Fahrt geschafft, der Campingplatz taucht vor dir auf – und jetzt? Wenn du zum ersten Mal mit dem Wohnwagen auf einem Campingplatz ankommst, kann das Ganze ziemlich überwältigend wirken. Check-in, Parzelle suchen, Wohnwagen ausrichten, Strom anschließen, Wasser auffüllen – alles gleichzeitig, und die Nachbarn schauen schon neugierig rüber. Keine Panik. Es sieht komplizierter aus als es ist. Ich erkläre dir Schritt für Schritt, was passiert und worauf du achten musst.
Anmeldung und Check-in: Der erste Stopp
Fahr auf keinen Fall direkt auf eine Parzelle. Dein erster Stopp ist immer die Rezeption. Auf den meisten Campingplätzen gibt es eine Einfahrt mit Schranke oder Hinweisschildern, die dich zur Anmeldung leiten. Stell dein Gespann am besten so ab, dass du niemanden blockierst – oft gibt es einen gekennzeichneten Bereich für ankommende Fahrzeuge.
Bei der Anmeldung brauchst du in der Regel: Personalausweise aller Reisenden (auf manchen Plätzen reicht der Führerschein), deine Buchungsbestätigung (falls du reserviert hast) und die Fahrzeugpapiere. In einigen Ländern und auch auf deutschen Plätzen wird eine Campingcard verlangt – das ist eine Art Ausweis für Camper, den du vorab online beantragen kannst.
An der Rezeption bekommst du deinen Stellplatz zugewiesen, einen Lageplan, die WLAN-Zugangsdaten (falls vorhanden) und meistens eine Karte oder einen Chip für die Schranke und die Sanitäranlagen. Frag ruhig nach, wenn dir etwas unklar ist – zum Beispiel wo die Entsorgungsstation ist, wann die Ruhezeiten gelten und ob es spezielle Regeln für Hunde gibt. Das Personal ist das gewohnt und hilft gerne.
Die Parzelle finden und den Wohnwagen aufstellen
Mit dem Lageplan in der Hand fährst du jetzt zu deiner Parzelle. Fahr langsam – auf Campingplätzen gilt meistens Schrittgeschwindigkeit, und zwischen den Parzellen laufen Kinder, Hunde und entspannte Camper. Die Wege sind oft eng und nicht für Gespanne ausgelegt, also nimm dir Zeit und lass dich nicht stressen.
Wenn du deine Parzelle gefunden hast, geht es ans Aufstellen. Das ist der Teil, der als Anfänger am meisten Nerven kosten kann. Du musst den Wohnwagen rückwärts auf die Parzelle rangieren, ausrichten und nivellieren. Wenn du noch unsicher bist, findest du eine komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Ratgeber zum Wohnwagen zum ersten Mal aufstellen.
Die Kurzversion: Wohnwagen auf die Parzelle rangieren, mit Auffahrkeilen oder Stützplatten nivellieren (Wasserwaage nicht vergessen!), dann abkuppeln und die Kurbelstützen herunterdrehen. Der Wohnwagen muss waagerecht stehen, sonst läuft der Kühlschrank nicht richtig und du rollst nachts im Bett hin und her. Kein Spaß.
Ein Tipp, der Gold wert ist: Scheu dich nicht, deine Nachbarn um Hilfe zu bitten. Camper sind unglaublich hilfsbereit. Ein erfahrener Nachbar, der dir beim Rangieren einweist, spart dir mindestens 20 Minuten und diverse Schweißperlen.
Strom, Wasser und Abwasser anschließen
Jetzt wird dein Wohnwagen zum Zuhause. Fangen wir mit dem Strom an: Auf den meisten Campingplätzen gibt es Stromkästen (Versorgungssäulen) in der Nähe deiner Parzelle. Du brauchst ein CEE-Kabel (den blauen Starkstromstecker) – das sollte in deiner Grundausstattung sein. Stecker am Wohnwagen einstecken, das andere Ende in den Stromkasten. Meistens gibt es einen FI-Schalter am Kasten oder in deinem Wohnwagen – prüfe, ob er eingeschaltet ist. Wenn der Strom fließt, funktionieren deine 230V-Steckdosen, der Kühlschrank kann auf Landstrom umschalten und du kannst Geräte laden. Mehr zu den Grundlagen der Stromversorgung im Wohnwagen findest du in unserem separaten Ratgeber.
Wasser: Die meisten Wohnwagen haben einen eingebauten Frischwassertank. Befülle ihn an der Wasserentnahmestelle des Campingplatzes mit einem Trinkwasserschlauch. Manche Parzellen haben sogar einen eigenen Wasseranschluss direkt daneben – dann kannst du den Schlauch permanent anschließen und sparst dir das ständige Nachfüllen. Achte darauf, dass du einen lebensmittelechten Schlauch verwendest, nicht irgendeinen Gartenschlauch.
Abwasser: Unter deinem Wohnwagen befindet sich ein Abwassertank oder eine Abwassertüte. Das Grauwasser (aus Spüle und Dusche) sammelt sich dort. Leere den Abwassertank regelmäßig an der dafür vorgesehenen Entsorgungsstation – nicht einfach auf den Rasen kippen. Das ist nicht nur unhöflich, sondern auf den meisten Plätzen verboten und eine sichere Methode, dir Ärger einzuhandeln.
Sanitäranlagen und Campingplatz-Einrichtungen
Die meisten Campingplätze bieten Sanitäranlagen mit Duschen, Toiletten und Waschbecken. Die Qualität variiert enorm – von einfach aber sauber bis hin zu Wellnessbereich-Niveau. Auf vielen Plätzen brauchst du für die Duschen Münzen oder Jetons, die du an der Rezeption kaufen kannst. Duschzeit ist meistens begrenzt (typisch: 5-8 Minuten pro Jeton). Pack also Duschgel, Handtuch und Badelatschen in eine Tasche, die du griffbereit hast.
Die Chemietoilette im Wohnwagen leerst du an der speziellen Entsorgungsstation, die auf dem Lageplan eingezeichnet ist. Dort gibt es auch meistens einen Wasserhahn zum Ausspülen. Klingt unappetitlich, ist aber in der Praxis schnell erledigt und gehört zum Camping einfach dazu. Ein guter Tipp für die Packliste: Einweghandschuhe für diese Aufgabe mitnehmen.
Neben den Sanitäranlagen bieten viele Plätze noch Waschmaschinen, Trockner, Brötchenservice, einen kleinen Laden, Spielplätze und manchmal sogar ein Restaurant. Erkunde den Platz in Ruhe nach dem Aufstellen – ein kleiner Spaziergang hilft auch, die Anspannung der Fahrt abzuschütteln.
Abreise: So läuft der Check-out
Die Abreise ist im Prinzip der umgekehrte Ablauf. Am Vorabend oder am Morgen der Abreise: Abwassertank leeren, Frischwassertank entleeren (weniger Gewicht für die Fahrt), Strom- und Wasserkabel einrollen, Chemietoilette entsorgen. Dann Kurbelstützen hochfahren, ankuppeln, Sicherungsseil und Beleuchtung anschließen. Vergiss nicht, den Stellplatz-Regeln entsprechend alles sauber zu hinterlassen – also Müll entsorgen und die Parzelle frei von Hinterlassenschaften räumen.
An der Rezeption meldest du dich ab und bezahlst, falls noch offene Beträge da sind (Strom wird auf manchen Plätzen nach Verbrauch abgerechnet). Schranke auf, und los geht die Heimreise. Beim nächsten Mal wird alles schon deutlich routinierter laufen – versprochen.
Fazit
Der erste Campingplatz-Besuch ist aufregend, und es ist völlig normal, dass du dich etwas überfordert fühlst. Das Wichtigste: Nimm dir Zeit. Es gibt keinen Preis für den schnellsten Aufbau. Fahr langsam auf dem Platz, frag an der Rezeption alles, was du wissen musst, und nimm Hilfe von Nachbarn an. Nach zwei, drei Besuchen hast du eine Routine entwickelt und wirst dich fragen, warum du dir vorher Sorgen gemacht hast. Camping soll Spaß machen – und das wird es, wenn du entspannt an die Sache rangehst.