Power Station fürs Camping & den Wohnwagen: Ratgeber + Vergleich

Power Stations fürs Camping: Kapazität vs. Gewicht, Laden per Landstrom, Solar & 12 V, Sicherheit (PRCD-S) und ein belegter Marktüberblick – EcoFlow, Bluetti, Anker, Jackery.

Strom abseits der Steckdose – ohne Bohren, ohne Einbau, ohne Elektriker. Genau dafür ist eine Power Station da: ein tragbarer Kasten mit Akku, Wechselrichter und allen Anschlüssen, den du auspackst, lädst und sofort nutzt. Für Camper, die nicht fest umbauen wollen, ist sie die unkomplizierteste Form der Stromversorgung. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf es ankommt – und welche Geräte sich lohnen.

Was ist eine Power Station – und für wen lohnt sie sich?

Eine Power Station (auch „Solargenerator" genannt, obwohl nichts an ihr generiert) bündelt drei Komponenten in einem Gehäuse: einen LiFePO4-Akku, einen Wechselrichter (macht aus 12 V Gleichstrom 230 V Wechselstrom) und ein Anschlussfeld mit Steckdosen, USB-Ports und 12-V-Ausgang. Du lädst sie zu Hause am Landstrom, unterwegs per Solarpanel oder während der Fahrt – und betreibst damit Laptop, Kühlbox, Licht oder Kaffeemaschine.

Sinnvoll ist sie vor allem, wenn du frei stehen willst, nur gelegentlich autark bist oder deinen Wohnwagen nicht fest umbauen möchtest. Wer dagegen dauerhaft autark unterwegs ist, fährt mit einer fest verbauten Lösung meist günstiger und kapazitätsstärker – dazu unten mehr.

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Kapazität vs. Portabilität – der zentrale Trade-off

Die wichtigste Entscheidung ist das Verhältnis aus Kapazität (Wattstunden, Wh) und Gewicht. Mehr Wh heißt mehr Energie – aber auch mehr Kilo. Drei grobe Klassen:

  • Kompakt (~200–300 Wh, 3–4 kg): Handy, Laptop, Licht übers Wochenende. Leicht zu tragen, aber schnell leer.
  • Mittel (~500 Wh, 5–7 kg): ein, zwei Tage Grundversorgung inkl. kleiner Kühlbox.
  • Camping-Klasse (~1 kWh, 10–16 kg): versorgt auch eine Kompressor-Kühlbox länger, lädt E-Bike-Akkus, treibt kurz die Kaffeemaschine. Das ist der Sweet Spot für den Wohnwagen – aber mit 10–16 kg kein Leichtgewicht mehr.

Wie viel du wirklich brauchst, rechnest du am besten über deinen Tagesverbrauch aus: Der Stromverbrauch-Rechner zeigt dir, wie viele Wattstunden deine Geräte pro Tag ziehen.

Laden: Landstrom, Solar und 12 V während der Fahrt

Eine Power Station kennt drei Ladewege – die meisten Geräte beherrschen alle drei:

  • Landstrom (230 V): der schnellste Weg. Moderne Stationen laden je nach Modell in rund 1–2 Stunden voll – Schnelllader wie EcoFlow oder Anker teils unter 1 Stunde. Ideal, um zu Hause oder am Stromplatz vollzutanken.
  • Solar: über den DC-/Solar-Eingang lädst du per Solarpanel oder Solartasche. Der maximale Solar-Eingang (z. B. 300–600 W) bestimmt, wie schnell. So wirst du auf dem stromlosen Stellplatz unabhängig.
  • 12 V während der Fahrt: über den Zigarettenanzünder oder eine 12-V-Leitung lädst du beim Fahren nach – langsam (meist ~100 W), aber praktisch als Nebenbei-Ladung.

Power Station an Landstrom am Platz – sinnvoll? Durchladen?

Viele fragen: Kann ich die Station am Campingplatz dauerhaft am Landstrom lassen und Geräte „durchladen"? Technisch ja – die meisten Stationen erlauben Pass-Through (gleichzeitig laden und entladen). Sinnvoll ist das aber nur bedingt: Wer ohnehin am Stromplatz steht, braucht die Station kaum. Ihr Vorteil liegt im freien Stehen. Dauerhaftes Pass-Through belastet zudem den Akku stärker. Praktischer Einsatz: am Stromplatz vollladen, dann autark nutzen.

Sicherheit: FI-Schutz und das Inselnetz

Hier ein Punkt, den viele unterschätzen. Eine Power Station erzeugt ein eigenes Inselnetz – sie ist nicht mit dem Erdungssystem des Campingplatzes verbunden. Solange du Geräte direkt in die Station steckst, ist das unkritisch.

Heikel wird es, wenn du die Station über die CEE-Außensteckdose in die 230-V-Installation des Wohnwagens einspeist: Dann fehlt der Schutz, den am Platz der FI-Schalter der Säule liefert. Dafür brauchst du einen mobilen Personenschutzschalter (PRCD-S) zwischen Station und Einspeisung – er schaltet bei einem Fehlerstrom ab und schützt vor Stromschlag. Ohne PRCD-S ist das Einspeisen über die Außensteckdose gefährlich und nicht zulässig. Details dazu stehen im Abschnitt zur Einspeisung im Solar-Ratgeber; die Grundlagen zu 230 V und 12 V im Stromversorgungs-Artikel.

Power Station oder fest verbaute Bordbatterie + Solar?

Beides löst dasselbe Problem – auf zwei Wegen:

  • Power Station: kein Einbau, sofort nutzbar, transportabel (auch außerhalb des Wohnwagens). Dafür teurer pro Wattstunde und begrenzte Kapazität.
  • Fest verbaut (Bordbatterie + Solar auf dem Dach): günstiger pro Wattstunde, größere Kapazität, lädt automatisch übers Dach – aber Bohren, Verkabeln und kein Mitnehmen. Welche Batterie dafür taugt, klärt der Batterie-Vergleich; die passende Panelgröße der Solar-Rechner.

Faustregel: gelegentlich autark, kein Umbau gewünscht → Power Station. Dauerhaft autark, maximale Kapazität → fest verbaut. Viele kombinieren beides.

Marktüberblick: belegte Modelle (Stand Q2 2026)

Alle Modelle nutzen einen LiFePO4-Akku (langlebig, sicher). Werte aus den Herstellerangaben; „k. A." = vom Hersteller nicht ausgewiesen. Keine Preise – nur grobe Klassen.

Kompakt & Mittel (bis ~500 Wh) – Wochenende, Backup, leicht:

ModellKapazitätDauerleistung (Peak)Solar-EingangGewichtUSB-CKlasse
EcoFlow River 3*245 Wh300 W (600 W)110 W3,55 kg100 WEinstieg
Bluetti AC2A*205 Wh300 W (600 W)200 W3,6 kg100 WEinstieg
Jackery Explorer 300 Plus*288 Wh300 W (600 W)100 W3,75 kg100 WEinstieg
Jackery Explorer 500 v2*512 Wh500 W200 W5,7 kgk. A.Einstieg

Camping-Klasse (~0,8–1,2 kWh) – der Sweet Spot für den Wohnwagen:

ModellKapazitätDauerleistung (Peak)Solar-EingangGewichtUSB-CKlasse
Anker SOLIX C800*768 Wh1200 W (1600 W)300 W10,5 kg100 WMittelklasse
EcoFlow Delta 3*1024 Wh1800 W (3600 W)500 W12,5 kg100 WMittelklasse
Anker SOLIX C1000*1056 Wh1800 W (2400 W)600 W12,9 kg100 WMittelklasse
Jackery Explorer 1000 v2*1070 Wh1500 W (3000 W)k. A.10,8 kg100 WMittelklasse
Bluetti AC180*1152 Wh1800 W (2700 W)500 W16,0 kg100 WMittelklasse
DJI Power 1000*1024 Wh2200 W (4400 W)k. A.13,0 kg140 WMittelklasse

Einordnung: EcoFlow, Anker, Bluetti und Jackery sind in Deutschland breit verfügbar, mit Zubehör und Service. DJI Power ist ein Newcomer mit solider Technik (kräftige 2200 W), aber dünnerem Service- und Zubehörnetz – und die Verfügbarkeit im deutschen Handel ist zeitweise eingeschränkt; vor dem Kauf lohnt der Lieferbarkeits-Check. Bei den USB-C-Ports geben mehrere Hersteller neben dem 100-W-Port noch einen kleineren (30 W) an; bei der Solar-Eingangsleistung weisen Jackery (1000 v2) und DJI keinen eigenen Wert aus (daher „k. A.").

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Häufige Fragen

Kann ich damit den Kühlschrank betreiben? Eine Kompressor-Kühlbox (~40 W, taktet) zieht real grob 0,3–0,5 kWh am Tag. Eine 1-kWh-Station versorgt sie also rund zwei Tage ohne Nachladen – mit Solar entsprechend länger. Einen Absorber-Kühlschrank (230 V) solltest du dagegen nicht über die Station betreiben, der Dauerverbrauch ist zu hoch.

Wie lange hält 1 kWh? Grob: Laptop (~60 W) ~14–16 Stunden, LED-Licht (~5 W) viele Tage, Kaffeemaschine (~1000 W) nur wenige Minuten pro Brühvorgang. Geräte mit Heizwendel (Wasserkocher, Föhn, Toaster) sind die großen Verbraucher – sie leeren jede Station schnell.

Funktioniert das auch im Winter? Ja, aber mit Einschränkung: LiFePO4-Akkus laden unter 0 °C nur eingeschränkt oder gar nicht (Entladen geht). Einige Modelle haben eine Akku-Heizung. Im Winter die Station möglichst frostfrei lagern und laden.

Fazit

Eine Power Station ist die einfachste Art, beim Camping unabhängig vom Stromplatz zu werden – kein Einbau, sofort startklar, überall einsetzbar. Für die meisten Wohnwagen-Camper ist eine Station der 1-kWh-Klasse der beste Kompromiss aus Kapazität und Gewicht. Wer dauerhaft autark unterwegs ist, sollte die fest verbaute Lösung gegenrechnen. Und egal welches Modell: beim Einspeisen in den Wohnwagen gehört ein PRCD-S dazu.

Zuletzt geprüft & überarbeitet: Juni 2026

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