Tiefentladung
auch: Tiefenentladung
Das fast vollständige Entleeren einer Batterie, das besonders Bleibatterien dauerhaft schädigen kann.
Tiefentladung bezeichnet das fast vollständige Entleeren einer Batterie. Bei Blei-Batterien (Säure, Gel, AGM) ist das schädlich: Sinkt die Spannung zu tief, bilden sich dauerhaft schwer rücklösbare Bleisulfat-Kristalle (Sulfatierung), und die Kapazität geht unwiederbringlich verloren.
Welche Batterie wie viel verträgt
Entscheidend ist die Entladetiefe: Blei-Batterien sollten nur etwa zur Hälfte entladen werden, um lange zu halten. Lithium-Batterien (LiFePO₄) vertragen dagegen eine viel tiefere Entladung (oft 80–90 %) und sind durch ihr Batteriemanagement vor schädlicher Tiefentladung geschützt.
Im Wohnwagen droht Tiefentladung vor allem beim autarken Stehen ohne Nachladen und in der Winterpause, wenn die Selbstentladung plus Standby-Verbraucher die Batterie langsam leeren. Ein vergessener Verbraucher kann eine Bleibatterie über Wochen ruinieren.
Vorbeugen heißt: den Ladezustand im Blick behalten (idealerweise per Shunt/Batteriecomputer), rechtzeitig nachladen, größere Verbraucher bei langer Standzeit trennen und mit Solar oder Erhaltungsladung gegenhalten. So vermeidest du den teuren Batterietod durch Tiefentladung. Viele Bordsysteme besitzen einen Tiefentladeschutz, der Verbraucher bei kritischem Ladestand automatisch abschaltet – verlassen sollte man sich allein darauf aber nicht. Wer den Wohnwagen länger abstellt, lädt die Batterie vorher voll und kontrolliert den Stand über den Winter in Abständen, um rechtzeitig nachzuladen.